Warum lernen wir alles über Verhütung – und nichts über Fruchtbarkeit?

IMG_0905Meine liebe Freundin, die ehem. CSU-Vizegeneralsekretärin und bis 2013 familienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dorothee Bär MdB hat eine Vielzahl sehr guter Reden über die Familienpolitik in unserem Land gehalten. Einer der für mich – auch nach mehrmaligem Hören – bewegendsten Aspekte ihrer Reden war dieser hier, den ich aus der Erinnerung hier notiere:

„Wir lernen in der Schule immer früher und immer mehr darüber, wie man am besten eine Schwangerschaft verhindert. Im Biologieunterricht gibt es irgendwann auch die Einheit „Sexualkundeunterricht“. Hier lernen wir, wie Kinder entstehen. Nein; es sind immer noch nicht die Bienchen und Blumen! Wir lernen, wie die Kinder im Bauch der Mutter heranwachsen und auf die Welt kommen.
Aber: Was uns niemand beibringt, ist, wie die Fruchtbarkeitskurve der Frau verläuft. Wir lernen nicht, wann wir weiblichen Menschen am fruchtbarsten sind und wie (rasant!) die Kurve nach unten geht, kaum dass wir die Altersklassifizierung 25-29 hinter uns gelassen haben.

Mir hat niemand beigebracht, dass die statistische Wahrscheinlichkeit, innerhalb eines Jahres schwanger zu werden, zwischen 20 und 24 Jahren bei knapp 90% liegt während sie bei 35 bis 39 jährigen Frauen nur noch bei knapp über 50% und ab 40 bei ca. 35% liegt.

Wir Frauen sind heutzutage so gut ausgebildet und beruflich erfolgreich wie noch nie. Und weil wir so viel in unsere Ausbildung investiert haben, erwarten wir, dass sich das erst einmal rentieren muss, bevor wir uns anderen Dingen (wie bspw. Kindern) zuwenden. Zudem haben wir in unserer Generation, einer der ersten, deren Eltern selbst Nachkriegskinder sind, gelernt, dass alles möglich ist. Wir kennen keine Not und keinen Hunger. Stattdessen sind wir mit dem ersten Gameboy vor 25 Jahren und seinen Freuden – neben vielen anderen – konfrontiert gewesen. Wir haben gelernt, dass das Leben Freude bringen soll und einem etwas von dem Stück Kuchen zusteht. Und weil dem so ist, fangen wir immer später an, uns fest zu binden, weil wir ja vorher noch etwas erleben wollen.

Und erst, wenn feste Bindungen eingegangen sind, entsteht normalerweise früher oder später die Kindersehnsucht. Und während dessen werden wir Frauen 30 und 35 und manchmal 40 bis es so weit ist. Wenn heute eine Frau 40 Jahre alt ist, sieht sie optisch aus wie 25. Wenn heute eine Frau 50 Jahre alt ist, wird sie oft auf 40 geschätzt. Was uns niemand beigebracht hat, ist, dass die Eizellen, die wir haben, nicht mit den gleichen Mitteln verjüngbar sind, wie unsere Haut und unser ganzes Erscheinungsbild. Wir sehen länger besser und jünger aus – nur unsere Eizellen und unsere Fruchtbarkeitskurve schreitet kontinuierlich dem Ende entgegen. Bis wir merken, dass das so ist, ist es häufig zu spät.“

Früher, ganz früher, war meine Sorge auch, dass ich ungewollt und noch in der Ausbildung schwanger werden könnte. Heute denke ich manchmal: Wäre es mal so gekommen. Dann wären wir als Familie vielleicht durch das Gröbste schon durch und könnten uns voll auf den Beruf konzentrieren wenn andere gerade erst anfangen darüber nachzudenken, wie sie Beruf, Karriere und Kinder verbinden. Was spricht dagegen, früh Eltern zu werden? Aus meiner Sicht: Nichts.

Ich fordere, dass in der Schule nicht nur darüber Unterricht erteilt wird, wie man Kinder verhindert, sondern auch wie die Fruchtbarkeitskurve verläuft und wann biologisch ein guter Zeitpunkt für ein Kind ist. Und ich wünsche mir, dass Frauenärzte genau darauf das Augenmerk der Patientinnen richten. Ich finde, wir sollten das wissen, um bewusste Entscheidungen treffen zu können!

PS: Da hilft es auch nichts, dass Radiosender Werbung einer Fruchtbarkeitsklinik in München on air bringen, die auf die nahezu lebenslange Einfrierbarkei von Eizellen hinweisen und die entsprechenden Dienstleistungen anbietet. Da hilft es auch nichts, wenn die Zeitung „Die Zeit“als eine von Vielen einen großen Artikel zum „Social Freezing“ bringt. Die Biologie der Frau wird sich dadurch nur bedingt überlisten lassen. Und dennoch wünsche ich meinen 3 Freundinnen, die das vorhaben, viel Glück beim Einfrieren und den späteren Befruchtungen – denn sie haben es verdient!

PS: Als Kinderwunsch Coach habe ich ein Angebot geschaffen, wie ich auch Dich dabei unterstützen kann, besser mit der Kindersehnsucht – also dem Kinderwunsch – umzugehen, Druck auszuhalten und sogar abzubauen und insgesamt in der Zeit, in der Du warten musst, wieder mehr Lebensqualität und Lebensfreude zu erleben. Ich bin spezialisiert darauf und helfe vielen Menschen bei genau dem – mit super Ergebnissen. Hier sind Stimmen über das, was es bringt, mit mir zu arbeiten. Wenn auch Du Dir diese Unterstützung wünschst, melde Dich gerne. Das Kennenlern-Telefonat ist kostenlos und danach kannst Du Dich entscheiden, ob Du mit mir an Deinen Themen arbeiten möchtest. Einfach ausprobieren!

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Kindersehnsucht – Kinderwunsch – München

Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de