Kinderwunsch Coaching Franziska Ferber Expertin

Wie wir die Welt (trotz des eigenen Leids) ein Stück besser machen können.

Was mich heute berührt hat? Ich war auf dem Friedhof um ein Grab neu zu bepflanzen. Auf dem Weg zum Grab gehe ich an einem älteren Herren in kurzer Turnhose und T-Shirt, sein Radl schiebend, vorbei. Später treffe ich ihn am Wasserbecken wieder und beobachte, wie er die letzten drei Giesskannen mit Wasser füllt. Als er mich sieht wie ich sehe, dass es keine Kannen mehr gibt, reicht er mir eine bereits gefüllte Kanne. Ich danke ihm, nachdem ich ihn fragte, ob er sie denn nicht bräuchte. Er sagt ’nein‘ und schaut mich an. Und dann leuchten seine Augen durch die halb-dunkle Sonnenbrille und er erzählt mir, dass er jeden Tag auf den Friedhof käme um alle Kannen an allen Wasserstellen vorzufüllen und auf dem Wasserbeckensims abzustellen, weil es so viele ältere ‚Weiberl‘ gäbe, die gar nicht bis zum Wasser im Becken herabreichen und die Kannen dann auch noch befüllt wieder heraufziehen könnten. Diesen ‚Weiberln‘ wolle er mit dem befüllen der Kannen helfen. 

Mich hat das berührt. Und künftig werde ich, wenn ich auf dem Friedhof bin, auch die Kannen vorfüllen. Der ältere Mann ist immer am Vormittag da. Ich werde künftig bewusst erst am späteren Nachmittag giessen gehen.
Ja, ich glaube: Wenn wir alle die Mitmenschen im Auge behalten und etwas für sie tun (und auch dann schon, wenn das, was zu tun ist, einem selbst leicht und anderen schwer fällt), wäre die Welt für viele Menschen ein besserer Ort.

***
Was können wir daraus lernen? Manchmal wiegt das eigene Leid und Erleben so schwer, dass wir nicht mehr mitbekommen, dass auch andere Menschen es nicht leicht haben. Was kann in einer solchen Situation helfen? Der Blick über den eigenen Tellerrand hinaus; auch wenn das eigene Leid manchmal unfassbar schwer zu tragen ist. Aber wenn wir anderen Menschen ein kleines bißchen helfen; wer weiss – vielleicht kommt das Gute auch zu uns zurück? Ich glaube daran: Der, der Gutes tut, wird nicht vergessen! Vielleicht gibt Euch das ein bißchen Kraft?

***
Update: 220x wurde die Geschichte des alten Mannes, die ich zunächst auf meinem Facebook-Account erzählte, geliked und 22x wurde der Beitrag an nur einem halben Tag geteilt. DAS macht mich auch froh; zeigt es doch, dass dieser Mann offensichtlich nicht nur den ‚Weiberln‘ aktiv hilft sondern uns allen zeigt, wie es geht, ganz KONKRET die Welt ein Stück weit besser zu machen. Ja, es gibt viele Möglichkeiten JEDEN TAG dazu und nicht nur die philosophische Frage danach! Auf geht’s – Morgen ist ein neuer Tag, wo wir alle anpacken können… damit es uns allen besser geht – jeder mit dem Päckchen (und manchmal ist es auch ein großes Packet!), das er oder sie zu tragen hat. Euch allen mit der Sehnsucht nach einem Kind wünsche ich von Herzen alles Gute! …und der alte Mann bestimmt auch!

Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de