Neue KiWu-Geschichte: „Es ist wichtig, sich als Paar nicht durch den Kinderwunsch aus den Augen zu verlieren!“

Ich bin so dankbar! Vor Kurzem habe ich auf Instagram einen Aufruf gestartet und die dortigen Kinderwunsch-Damen gebeten, ihre Geschichte aufzuschreiben. Für diesen Blog. Weil ich das schon eine ganze Weile mache und immer wieder Frauen zu Wort kommen lasse mit ihren persönlichen Erlebnissen, weiß ich durch eine Vielzahl von Rückmeldungen, wie hilfreich es ist die Geschichten anderer Betroffener zu lesen… weil man merkt, dass man nicht „irre“ ist – nicht „krank“… sondern, dass es anderen Frauen ebenso geht. Jede Geschichte ist individuell – natürlich. Aber es gibt Schnittmengen… und oftmals sind das die Fragen, die sich jede Betroffene stellt… die Gefühle, die Emotionen und die Hoffnung.

Deshalb freue ich mich, dass die liebe Nicole aus Hamburg heute ihre Geschichte erzählt… und sie gibt einen wichtigen Tipp mit auf den Weg: Für Paare ist es wichtig, sich nicht durch den Kinderwunsch aus den Augen zu verlieren! Der Kinderwunsch darf eine Partnerschaft niemals unterdrücken – bzw. die Partnerschaft sich dem Kinderwunsch unterordnen.

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„Mein Name ist Nicole, ich bin 40 und lebe in Hamburg. Vorweg: Ich habe bereits eine Tochter(19) aus einer früheren Beziehung.

Mein Mann und ich haben seit 6 Jahren einen Kinderwunsch. Wir zogen schnell zusammen und noch während des Einzuges hielt ich den 1. positiven Test in der Hand. Nach dem ersten Arzt Besuch war klar: Zwillinge. Leider hatte ich dann in der 5. Woche einen Abgang mit Ausschabung. Das kann passieren.
Schon 3 Monate später hielt ich an Heilig Abend 2010 den nächsten positiven Test in der Hand. Aber auch hier sollte ich 6 Wochen später einen ‚missed Abort’ erleiden. Auch das kann mal passieren. Wir blieben stark!

2013 heirateten wir, meldeten uns in Eigeninitiative in einer KiWu Klinik an, und direkt nach den Flitterwochen begann ich mit der Einnahme von Estrifam. Bei meinem Mann war alles okay und bei mir gab es nur minimal hormonelle Probleme. Schon nach 1 Woche mit dem Medikament ging es mir‘ anders‘. 

Ab in die Praxis, schwanger. Es lief alles toll, und dann stieg das HCG nicht mehr. Nicht schon wieder! Ich sollte, wie schon die beiden Male zuvor, zur Ausschabung. Aber ich wollte das nicht und entschied mich für einen natürlichen Abgang daheim. So stolz ich auf auch mich war – ich war so verzweifelt und verlor jeden Glauben an mich, an uns und an ein happy end.

Nun pausierten wir. 2014 entschieden wir uns den Frauenarzt zu wechseln und endlich hatten wir das Gefühl uns wird geholfen. Es folgte eine Bauchspiegelung – ohne Befunde.

Und noch in diesem Zyklus wurde ich wieder schwanger. Da wir zwischendurch beim Humanmediziner waren und eine minimale Gerinnungsstörung bei mir herauskam, spritze ich Verdünner. Aber auch hier verlor ich das kleine Würmchen in der 8. Woche. Not-OP mit anschliessender Gebärmutterentzündung.

Dieses Mal wurde auch alles ‚Rausgenommene‘ untersucht und es kam fast nix ’raus. Nur das es weiblichen Geschlechts war. Um besser damit klar zu kommen nannte ich sie IDA.

Mein Mann zog zwischenzeitlich aus da er nicht weiter wusste. Es folgte eine Paartherapie (wir hatten uns durch den KIWU vollkommen verloren). Das half zumindest uns als Partner. Aber der Kinderwunsch blieb.

Weitere humangenetische Untersuchungen folgten: In Hamburg, Kiel und Berlin: Nix.

Ja und dann sind wir in die nächste Kinderwunschklinik gegangen. 4 Inseminationen, 3 Clomifen- / Brevactid-Zyklen und eine weitere Fehlgeburt weiter, standen wir vor der Wahl: Künstliche Befruchtung: Ja oder nein. Wir haben uns dagegen entschieden. Denn wer gibt uns Gewissheit? Schwanger werden kann ich ja.

In all’ den Jahren haben wir soviel erlebt, wir wurden ausgelacht von Ärzten, denen wir vertrauten, wir wurden mit unserem Schmerz alleine gelassen; psychologisch gibt es kaum Hilfen.

Man ist alleine.

Der KiWu ist immer noch da, nur anders. Wir leben und genießen. Wir haben Spaß und lieben nicht nach Plan. Hoffen tun wir weiter. Und wenn nicht – dann gibt es auch ein Leben ohne. Aber dann gibt es immer noch uns.

Ich empfinde es teilweise als extrem schwer mit Schwangerschaften im engen Umfeld umzugehen (gerade jetzt ist meine Schwester schwanger)… den normalen Alltag mal ohne KiWu zu erleben – er ist immer da. Ich glaube wir genießen das Eheleben anders. Nehmen uns anders wahr.

Wenn es einen schlechten Tag gibt, stelle ich mich dem schlechten Tag. Und ich nehme mir die Zeit. Ich mache Dinge die mir gut tun. Ich stelle mich meiner Trauer und versuche nicht zu verdrängen. Das ist das Wichtigste. Dieser Kummer gehört doch zu mir und ich lasse ihn zu.

Ich weiß morgens schon“ heute wird es schwer“- und mein Mann merkt es auch. Wir nehmen uns immer ganz fest in den Arm. Mittlerweile haben wir Rituale wenn der KiWu uns überrennt: Wir gehen essen, fahren an die See und leben UNSER Leben.

Mir/ uns hätte damals spätestens nach der 2./3. Fehlgeburt eine psychologische Betreuung – zum Beispiel von der Krankenkasse – geholfen oder auch der Tipp, daß man auch u.a. Hebammen nach einer Fehlgeburt haben darf.

Ein Coaching wäre klasse gewesen damit man nicht nur alleine, sondern als Partner gemeinsam diese Zeit einigermaßen ‚gesund‘ übersteht. Denn es ist wichtig sich nicht aus den Augen zu verlieren. Der Kinderwunsch darf eine Partnerschaft niemals unterdrücken.“

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Mich hat die Geschichte von Nicole sehr berührt. Weil sie zeigt, dass der Kinderwunsch einen so tiefen Einfluss auf die Partnerschaft hat. Sie verliert oftmals an Leichtigkeit und Lebensfreude – die schönen gemeinsamen Momente werden Stück für Stück weniger und alles ordnet sich dem Warten auf das Wunschkind unter.
Ich freue mich mit Nicole mit, dass sie und ihr Mann so gut wieder zueinander gefunden haben… und Wege entdeckt haben, wie Sie die Zeit, die sie zusammen haben (auch ohne Kind) gemeinsam gestalten und genießen können. Ich danke Dir, liebe Nicole, dass Du darüber so offen gesprochen hast und wünsche Dir von Herzen Glück und alles Liebe! …beides braucht man: Glück und Liebe… das macht glücklich und zufrieden… und deshalb wünsche ich es Dir!

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In meinem Online Coaching Kurs „Mein Kinderwunsch – was tun zwischen Wunsch und Wirklichkeit?!“ gibt es dazu eine ganze Lektion… und die Rückmeldungen die ich dazu bekomme sind immer und immer wieder, dass dies tatsächlich eines der größten Themen ist während man sich nach seinem Wunschkind sehnt!

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Schau‘ Dir doch mal den Kurs an – vielleicht kommt er für Dich gerade zur rechten Zeit?! Wenn auch Du Dich mit Deiner Partnerschaft beschäftigst; merkst, wie sie sich verändert… dann bekommst Du im Kurs (aber auch zu den anderen 6 Lebensbereichen) wertvolle Impulse… das sind die, die ich in meinen Coaching-Sitzungen im Büro immer und immer wieder erlebe. Und die besten Tipps habe ich hier im Kurs für Dich zusammengestellt.

Also.. schau’s Dir an und überleg‘ es Dir! Ich würde mich freuen, Dich individuell während des Kurses in den 8 persönlichen Austausch- und Impulsrunden begleiten zu dürfen!

Alles Liebe für Dich und alles Gute, von Herzen!

Deine Franziska Ferber
www.kindersehnsucht.de

Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de