Kinderwunsch Kindersehnsucht Caroline Beil schwanger mit 50

Warum ich mich so über „Caroline Beil – schwanger mit 50“ ärgere!

Warum mich Caroline Beil so aufregt?! Also Frau Beil eigentlich nur bedingt… also, doch eigentlich schon. Wenn ich genau hinschaue, dann ist es aber das Bild, das sie nach außen gib, das mich besonders fassungslos macht. Mit 50 schwanger… bei mir entstand der Eindruck in den Interviews bzw. der Fernsehsendung „Hart aber Fair“, dass es (fast) ausreichend ist, ein „wenig Yoga zu machen und sich gesund zu ernähren“. Und das ist natürlich echt Quatsch und auch etwas zugespitzt von mir formuliert.

Trotz Allem ist es aber so, dass dieses „schwanger mit 50“ bei so vielen Frauen Fragen aufwirft.

Neue Fragen – viele Fragen – viele Unsicherheiten.

Ich begleite seit Jahren Frauen dabei, ihren Kinderwunsch auszuhalten und – wenn es so weit ist – den Abschied vom Traum vom Leben mit Kind zu gestalten. Ich unterstütze sie dabei ihren Weg zu finden in ein glückliches, kinderloses Leben. Und ich weiss aus der eigenen Erfahrung: DAS IST KEIN ZUCKERSCHLECKEN!

Das ist ein verdammt harter, lange Jahre währender Weg und zudem oftmals einer, der einem das Gefühl gibt, seine besten Jahre zwischen 30 und 40 oder 45 im Nachhinein vergeudet zu haben. Weil man alles dafür gegeben hat, endlich das ersehnte Baby im Arm zu halten.

Wer die Zahlen studiert, der findet schnell heraus, dass die Eizellqualität dann, wenn viele Frauen heute überhaupt erst beginnen, zu versuchen ein Kind zu bekommen, schon viel schlechter ist als noch einige wenige Jahre zuvor. Gut, viele haben über lange Jahre einfach nicht den passenden Partner gefunden. Daran kann niemand etwas ändern. Aber an der Eizellqualität eben auch nicht – und damit auch nicht an den Fruchtbarkeitschancen und -wahrscheinlichkeiten. Mit 40 sehen wir heute aus wie 25 – gut, meinetwegen wie mit 30. Mit 50 sehen wir aus wie Ende 30. Aber die Eizellen – die verjüngen sich nicht; die Fruchtbarkeit geht runter. Die Abortraten steigen. Deutlich.

Kinderwunsch Kindersehnsucht Caroline Beil schwanger mit 50

Viele Frauen versuchen über die Jahre alles, was ihnen begegnet – inklusive der (Gott sei Dank) vielen reproduktionsmedizinischen Möglichkeiten. Die Frauen geben ihr Bestes und verzichten über viele Jahre oftmals auf alles, was Spaß macht.

Fahrradfahren im Sommer? Nö – geht nicht. Zumindest nicht in der 2. Zyklushälfte. Es könnte ja sein, das doch irgendwie und hoffentlich eine Schwangerschaft eingetreten ist.

Alkohol trinken – never ever. Die Chancen noch mehr verringern?

Zu wenig schlafen – zu viel arbeiten… gut, zur Ablenkung hilft es… aber sonst.. Nö, lieber nicht. Lieber nicht leben, weil das der Körper einem lange nachträgt.

Versteh’ mich nicht falsch. All’ das habe ich selbst erlebt und genau so gemacht. Ja. Habe ich.

Und dann macht man Inseminationen, künstliche Befruchtungen und schließlich die „Königsklasse“ – die ICSI. Man verzichtet auf so viel – alles, für das Wunschkind und die erhoffte Schwangerschaft. Und es klappt und klappt und klappt nicht. Die Nerven liegen blank, der Körper schmerzt, die Seele weint. Und wenn man merkt, dass man einfach nicht mehr kann, dann kommt irgendwann der Moment wo man merkt, was für einen Preis man dafür zahlt, dass es NICHT klappt. Wo man merkt, dass man nicht mehr kann – weder körperlich noch seelisch. Wo man sich fragt, ob es nicht an der Zeit ist, sich wieder auf sich selbst zu besinnen – weil man keine Kraft mehr hat, den bisherigen hohen Preis weiter zu entrichten.

Viele Frauen müssen sich dann in ein kinderloses Leben verabschieden… also sich auf den Weg machen, auch ohne Kind ein neues Leben aufzubauen.

Das ist ein unglaublich schmerzhafter und langwieriger Weg. Einer mit sehr, sehr vielen Fragen und zunächst sehr wenig Antworten.

Der Kinderwunsch greift über Jahre in alle (!) Lebensbereiche ein – in die eigene Persönlichkeit, in die Partnerschaft, in den Beruf, in die Gesundheit, in die Finanzen, in die Familie, in die Freundschaften, in die Netzwerke… und nun muss man sich auf dem Weg machen, all’ diese Bereiche neu für sich zu definieren. Kein Stein bleibt da auf dem Anderen. So viel Trauer will verarbeitet werden – so viele Steine wollen umgedreht, angeschaut, neu sortiert werden.

Ehrlich – ich kann für mich selbst sagen: Da bleibt vom alten Leben so gut wie nichts mehr stehen. Alles neu – alles anders. Weil man selbst in diesen Jahren zwischen Hoffnung und Trauer ein neuer Mensch geworden ist, den man erst mal wieder kennenlernen muss. Das dauert. Das ist anstrengend. Das macht einen manchmal wahnsinnig vor Unsicherheit, Angst und der immerwährenden Frage „werde ich es jemals schaffen“.

Einen positiven Effekt hat es: Die Zeit vergeht… man wird (noch) älter.. Und ein wenig schwingt irgendwann die Hoffnung mit, dass die Wechseljahre kommen und die Freundinnen aber auch man selbst dann andere Themen als nur „Kinder, Schwangerschaften und Stress“ haben wird.

Je älter wir werden auf unserem Weg in ein glückliches, aber leider kinderloses Leben, desto mehr setzen wir darauf, dass diese Mühen sich lohnen werden..

Und oftmals stellt sich auch das Gefühl ein: ICH SCHAFFE DAS! UND JA, DAS LEBEN IST SCHÖN! (AUCH OHNE KIND)

Wer dann, eigentlich recht entspannt, auf die „lustige“ Genuss-Idee kommt, im Frühling die BUNTE zu lesen oder Abends unverhofft in den TV schaut, erlebt dann „Spannendes“.

Bunte Caroline Beil Ein Baby mit 50

Da gibt eine 50jährige Moderatorin Interviews – mit Babybauch. Neben ihr steht Ihr deutlich jüngerer Mann. Die Moderatorin hat schon ein Kind. Aber hat erst spät ihren jetzigen Mann kennengelernt. Dass sie sich gemeinsam ein Kind wünschen, kann ich mehr als nachvollziehen. Sie sind dann in die Kinderwunschklinik gegangen. Auch das kann ich noch verstehen. Aber dann haben sie öffentlich solche Freunde an ihrem persönlichen Glück der späten Schwangerschaft (wie gesagt: mit 50 Jahren), dass sie Interviews geben und in TV-Sendungen gehen.

Und da beginnt für mich als Kinderwunsch Coach dann doch das ungute Gefühl. Wenn ich mich recht erinnere hat Frau Beil in diesen Interviews doch recht deutlich den Eindruck vermittelt, dass neben Glück, gesunder Ernährung und ein wenig Kinderwunsch-Medizin es alles gar kein Problem sei. Das es ausreicht, wenn man sich um eine entspannte Einstellung bemüht und dann – schwups – schwanger wird.

„Stress Dich nicht – dann klappt das“ und „Entspann‘ Dich mal“ und „Wenn man es nicht zu sehr will“ – all‘ das sind die Sätze, die Frauen, die seit Jahren mit ihrem (unerfüllten) Kinderwunsch zu tun haben, hören müssen… in der Regel von Menschen, die das nicht selbst erlebt haben. Und es ist für mich „Bullshit-Bingo“. Und es tut weh. Das Frau Beil in dieses Horn stösst, verwundert mich zutiefst.

Das ist ein Schlag ins Gesicht für all’ die Frauen, die über Jahre genau das getan haben… und nicht schwanger wurden. Die den harten Weg des Abschiednehmens beschreiten müssen. Das ist ein verletzender Schlag für alle, die nicht gekrönt wurden in ihren Bemühungen mit dem ersehnten Wunschkind. Und dann kommt eine erheblich ältere Frau und stellt alles so „locker-flockig“ da. Kann sie tun – versteh’ mich nicht falsch. Ist ihr gutes Recht. Und ich gönne ihr das private Glück. Ja, der Babybauch steht ihr gut.

Aber wie viele Frauen (und auch ich persönlich) haben sich genau das gewünscht. Haben alles gegeben; auf alles verzichtet – und haben das Glück nicht. Ist es da nicht ein Schlag in die Magengrube, dass der Eindruck vermittelt wird von dieser Moderatorin „alles ist möglich“ und „sei entspannt“ würde reichen?

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie viele Frauen sich jetzt – auf Basis Ihrer Interviews – wieder von wohlmeinenden Menschen aus ihrem Umfeld anhören müssen, sie wären dann wohl zu empfindlich gewesen… oder nicht entspannt genug? „Nimm’ Dir mal ein Beispiel an Frau Beil – die war ja auch ganz entspannt“. So ein Käse.

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie verletzend es sein kann, wenn jemand mit seinem Glück dermassen prahlt während die andere um ihr kinderloses Leben weint?

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie hart es sein kann, wenn man über Jahre auf alles verzichtet hat und dann kommen Sie „schwupp-di-wupp und trallalalala“ daher und öffnen die Wunden wieder?

Wissen Sie, liebe Frau Beil, dass Sie statistisch gesehen ein riesengroßes Glück hatten?

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie viele Frauen jetzt überlegen, ob sie – angesichts Ihrer Erfolgsstory – es nicht doch noch mal versuchen müssen (!) – ja müssen… auch wenn die Chancen so, so, so verschwindend gering sind. Weil es bei Ihnen ja auch geklappt hat. Weil Sie ihnen paradoxerweise Hoffnung geben wo keine ist – laut der Ärzte, laut der eigenen Seele.

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie viele Frauen es sind, die ihren Kinderwunsch mühsam hinter sich gelassen haben und Schritt für Schritt sich mit ihrem Schicksal arrangiert haben, die nun wieder alle Fragen für sich neu bedenken und bewerten müssen. Das ist für diese Frauen nicht nur ein Schritt zurück – es sind oftmals hunderte von Schritten. Hunderte von Schritten, für die diese Frauen in den letzten Jahren viel Kraft investiert haben. Sie machen das für viele Frauen zunichte. Sie müssen sich jetzt wieder mit dem Thema, ihrem Schmerz und ihren Wunden auseinander setzen. Und mit ihren Fragen, ob sie genug getan haben – oder es nun doch noch einmal versuchen müssen – auch, um später im Alter sich keine Vorwürfe machen zu müssen.

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie viele Frauen sich jetzt bei mir melden und um Hilfe ersuchen, weil sie ihren kinderlosen Weg nicht mehr länger für sich akzeptieren können?

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie viele Frauen nun auf einmal sich selbst sagen „wenn die es geschafft hat, dann kann ich nicht locker lassen, dann muss ich noch einmal alles versuchen – zur Not im Ausland mit Eizellspende und Fremdsperma; um jeden Preis“?

Klar können Sie jetzt sagen, liebe Frau Beil, das hätten Sie nicht beabsichtigt sondern sich einfach nur über Ihr persönliches Glück gefreut. Gekauft.

Aber wer so laut über sein Glück spricht, muss – gerade in Ihrer Exponiertheit und mit Ihrer medialen Erfahrung – damit rechnen, dass das eine Wirkung erzielt. Ich weiss nicht, ob Sie sich im Klaren waren, wie viele Wunden Sie öffnen und wie viele Frauen Ihretwegen nun alles hinterfragen… weil sie eben (noch) nicht im Wechsel sind. Weil es theoretisch noch eine (rechnerische) Chance gibt. Sie hatten sich entschieden und Stück für Stück losgelassen. Das geht nun für viele Frauen nicht mehr. Es sind Frauen, die fast von vorne beginnen müssen. Frauen, die nun mit Mitte 40, Ende 40, Anfang 50 wieder in die Kinderwunschklinik – im Inland, im Ausland – gehen. Um sich später keine Vorwürfe machen zu müssen, weil sie dann vielleicht denken könnten, sie hätten nicht „bis zum Ende“ alles – wirklich alles – gegeben.

Das sind Frauen, die sich schmerzhaft mit dem unerfüllten Kinderwunsch arrangiert hatten und das nun nicht mehr (so leicht) können… Manche sagen jetzt bestimmt, dass der Kinderwunsch dann noch nicht ausreichend verarbeitet gewesen wäre. Manche sagen jetzt, dass diese Frauen dann jetzt ja eine Chance hätten, sich noch einmal neu aufzustellen. Klar, Probleme kennen wir ja nicht – nur Herausforderungen. Mag‘ sein – aber der Schmerz fühlt sich nicht so an; die Angst und die Unsicherheit über getroffene Entscheidungen, verpasste Chancen und das restliche Leben fühlt sich anders an. Tiefer. Schwerer. Verwurzelter.

Wissen Sie, liebe Frau Beil, wie viele Frauen das sind? Ziemlich viele. Das kann ich Ihnen mit Sicherheit sagen. Auch wenn sich vermutlich nur ein Bruchteil sich bei mir meldet, dann sind das gesamt gesehen vermutlich sehr, SEHR viele Frauen in unserem Land, die nun ein Thema – eine Lebensfrage – eine Hoffnung und eine Angst wieder auf ihrem seelischen Tisch haben. Und die nun nicht mehr sicher sagen können „ich habe alles versucht“ und eben deshalb wieder zweifeln.

Ich wünsche Ihnen Glück auf Ihrem Weg und für Ihr Baby, liebe Frau Beil. Von Herzen wünsche ich Ihnen Glück. Ich freue mich über jedes Kind, das auf die Welt kommt – und über jede Frau, die dieses Glück erleben darf. Alles Gute!

Eine Bitte hätte noch, liebe Frau Beil: Aber vielleicht könnten Sie demnächst etwas ausgewogenere Interviews geben und nicht nur so tun, als wäre das „alles gar kein Problem“. Denn für viele Frauen war und ist es nicht leicht, ein kinderloses Leben aber dennoch ein glückliches Leben zu leben. Unterstützen Sie sie doch dabei – anstatt mit Ihrem Glück Salz in ihre Wunden zu streuen.

Diese Wunden sind nämlich tief und werden im besten Fall irgendwann nur mehr Narben sein. Aber bis sie verheilt sind, bis sie verblassen, ist es hart – sehr hart, verdammt hart. Bitte tun Sie in der Öffentlichkeit doch nicht so, als wäre jede Frau, bei der es – auch mittels Kinderwunschbehandlungen – nicht geklappt hat, nur einfach nicht entspannt genug gewesen. Dankeschön! Ich bin sicher, es wird sich positiv auf Ihrem Karma-Konto bemerkbar machen.

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1. Weil Du Dir Hilfe suchen darfst, wenn Du das Gefühl hast, dass sich die Gedanken wie irre drehen
2. Weil der Kurs schon anderen Frauen echt gut geholfen hat
3. Weil ich individuell auf Deinen Kinderwunsch und Deine spezielle Situation eingehe und Dich nicht alleine mit allem lasse
4. Weil sich nur etwas verbessert, wenn Du auch etwas dafür tust
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6. Weil ich das alles selbst durchlebt habe, erzähle ich Dir kein Blabla á la „entspann Dich mal“
7. Im Kurs gibt es kein theoretisches Gequatsche sondern handfestes, lösungsorientiertes, hilfreiches Input und Aufgaben, die etwas für Dich verändern werden.

Also in Kurz: Ich freue mich, wenn Du etwas für Dich tust… weil es leichter für Dich wird, wenn Du damit anfängst!

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Ich wünsche Dir alles Liebe – gib‘ gut Acht auf Dich!

 

Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de