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Das Baby meiner Freundin

Das Baby meiner Freundin…sehr persönliche Gedanken und weshalb ich heute auch geweint habe

Heute war ein ganz, ganz besonderer Tag für mich. Ich habe heute das Baby – einen kleinen Jungen – meiner Freundin zum ersten Mal gesehen, ihn kennengelernt – und sie als Mutter erlebt.

Sie sieht zauberhaft aus! Sie sagt, sie wäre vollkommen übernächtigt… aber sie strahlt. Sie ist glücklich. Sie ist stolz. Sie ist zutiefst dankbar für diesen kleinen gesunden Jungen. Und dieser kleine gesunde Junge ist ZAUBERHAFT. Er ist entzückend. Er ist so schön, so klein, so niedlich – so etwas Besonderes. Für sie – und für mich.

Immer wieder sage und fühle ich (und ehrlicherweise habe ich ja sogar das Buch „Unsere Glückszahl ist die Zwei“ darüber geschrieben), dass ich inzwischen (ja, erst inzwischen) auch ohne Kind glücklich bin. Dass mein Leben auch ohne Kind einen Sinn hat. Das Leid, dass ich all‘ die Jahre in der Kinderwunschklinik aushalten musste, stellt mir heute die Grundlage für eine große Aufgabe, der ich mich mit Herz und Hirn aber auch Mut stelle. Aus meiner eigenen Geschichte lasse ich meine Kraft erwachsen, mit den Kinderwunsch Coachings die Frauen zu unterstützen, die heute das erleben, was ich erleben musste. Ich darf heute dazu beitragen, dass diese Frauen Hoffnung schöpfen – Hoffnung darauf, dass es (notfalls) auch ohne Kind ein lebenswertes, schönes Leben gibt. Meine Tätigkeit als Kinderwunsch Coach trägt zutiefst dazu bei, dass ich mich heute leicht und zufrieden fühle… und oft sogar fröhlich. Aber manches Mal spüre ich auch die Last der Kinderlosigkeit.

Aber… heißt das, dass mich so ein Wunder, das meine liebe Freundin erleben darf, nicht mehr berührt?

Aber… heißt das, dass ich mich nicht manchmal noch frage, wie es gewesen wäre, wenn auch wir dieses Glück gehabt hätten und erleben dürften.

Nein – ich war heute früh unglaublich aufgeregt. Ich habe sogar ein Video gemacht… aber irgendwie mag‘ ich es nicht posten.

Ich war so aufgeregt…und in der tiefsten Seele berührt. Weil mir klar war, dass das Treffen und Kennenlernen des kleinen Jungen heute etwas Besonderes sein würde. Ich hatte ein wenig Angst – bzw. ich fühlte Unsicherheit. Ich freute mich. Ich war eben wirklich, wirklich aufgeregt. Ich glaube, Du siehst meine ganze Seele aus dieser Momentaufnahme… die ganze Weichheit, die ganze Aufregung, die Unsicherheit, die Verletzlichkeit, die Anspannung, die Hoffnung, die Freude… einfach alles… all‘ das ist hier im Foto zu sehen (jedenfalls für mich):

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Und dann haben wir uns gesehen – meine Freundin und ich. Meine tolle Freundin – nun ist sie Mutter. Erst einmal habe ich sie in den Arm genommen… sie umarmt, geherzt, beglückwünscht, angestrahlt.
Dann schaute ich auf den kleinen Jungen, von dem ich schon viele Fotos gesehen hatte… aber in echt…. was für ein Wunder. Was für ein Geschenk. Was für ein hübsches Kind. Was für ein niedliches Kind.

Und mir kamen die Tränen.

Aber weshalb habe ich geweint? Ich weinte – das war mir dann schon ziemlich schnell klar – weil dieses kleine Menschlein gesund auf der Welt ist und meine Freundin glücklich macht. Und weil ich ihr dieses Glück von Herzen gönne. Und weil ich weiss, dass auch ich den kleinen Jungen immer und immer wieder werde erleben dürfen…ja vielleicht auch immer wieder ein Stück im Leben begleiten darf. Ich darf mitbekommen, wie er aufwächst, größer wird, bestimmt auch mal schwierig sein wird… und bestimmt auch immer und immer wieder seine Eltern stolz sein lassen wird.

Ich habe geweint vor Aufregung. Weil es mich nicht kalt lässt. Wie könnte das auch sein.
Ich bin nicht neidisch. Nein, das habe ich vorher für mich geklärt – und nach unserem Treffen noch einmal für mich „durchgefühlt“. Nein, ich bin statt dessen dankbar, dass sie das erleben darf, was ich auch gerne gehabt hätte. Und das ich so ein wenig davon mitbekomme, wie es ist, ein Kind zu haben. Ich bin meinen Freundinnen mit Kindern (und da sind auch Frauen mit – inzwischen – 4 Kindern dabei) so dankbar, dass sie mich teilhaben lassen… dass sie mich gelegentlich Geschenke kaufen lassen… dass ich manchmal Klamotten für sie kaufen darf – weil ich kein eigenes Kind habe, dem ich die zuckersüßen Klamotten, die es ja durchaus gibt, kaufen kann.

Die Kinder meiner Freunde heilen auch meine Seele.
Es war ein langer Weg, bis ich das so sehen konnte.
Kalt lässt mich so ein kleines Wesen (und auch die größeren Kinder meiner Freunde, die nun schon anfangen in die Pubertät zu kommen) nicht.

Berührt es mich? Ja, zutiefst.
Weine ich? Ja, auch vor Rührung.
Freue ich mich? Ja, im innersten meiner Seele.
Bin ich unsicher? Ja. Immer wieder.
Ist es manchmal schwer? Ja, auch das.
Macht es mich glücklich, Kinder anderer Menschen auf dem Arm zu haben? Ja, in aller Tiefe meines Herzens.

Bin ich heute glücklich – auch ohne Kind? Ja. Weshalb? Weil ich mein Leben angenommen habe wie es ist. Weil ich gelernt habe – sehr mühsam gelernt habe – das es auch ohne Kind, ohne die Erfüllung meiner Sehnsucht und meines Traumes, eine eigene Familie zu haben, ein gutes Leben voller Sinn und Aufgabe sein kann. Das hat eine Weile gedauert und manches Mal dachte ich in den Momenten tiefster Trauer, ich würde es nie schaffen. Aber ich bin mutig vorwärts gegangen; auch wenn ich immer wieder mal einen Schritt rückwärts ging… so bin ich am Ende doch immer weiter voran gekommen. Weil das Loslaufen und Scheitern mich näher ans Ziel brachte, als wenn ich gar nicht erst beginnen würde.

Wie ich das geschafft habe, steht in meinem Buch und vor Allem findet sich all‘ das, was mir dazu verholfen hat, in meinen begleiteten Online Coaching Kursen (hier; klick). Und natürlich ist all‘ das der Kern meiner Coachings (hier; klick) – weil ich mir nicht nur vorstelle, wie Du Dich fühlst, sondern es selbst erlebt habe. Weil ich nicht daran glaube, dass „eine Kerze anzünden und positiv denken“ alles ist.

Zum Teufel mit dem „Du musst nur einfach positiv denken – dann klappt das schon“. Das holt echt die Katz‘, wie man hier in München sagt.

Nein, die tiefsten Tiefen unseres Schmerzes – sie heilen uns am Ende. Wenn wir die Kraft finden, sie anzunehmen und in unser Leben integrieren, dann können wir mit diesem schlimmen Schmerz und dem Verlust des Kinderwunsches umgehen lernen. Und das habe ich heute gemerkt: Es geht darum, das, was das eigene Leben für einen bereit hält (und sei es schlimmster Schmerz) auszuhalten, zu verstehen (ja, das ist sehr wichtig – es hilft, wenn man weiss, was da wirklich (!!!) in einem passiert!) und es anzunehmen. Und zu lernen, damit jeden Tag umzugehen – und sich nicht die Lebensfreude nehmen zu lassen; trotz Allem.

Damit umgehen zu lernen – es auszuhalten. Und ja, dazu gehört auch, dass der eigene unerfüllte Kinderwunsch ein Teil von Dir (und mir) ist … und das auch lebenslänglich so sein wird. Aber das darf er auch sein.
Dieser Schmerz gehört zu mir. Aber das hält mich nicht davon ab, auch große Freude und Dankbarkeit für meine liebe Freundin zu empfinden, die ein so wunderbares kleines Wesen auf die Welt gebracht hat.

Das sind zwei verschiedene Dinge. Zwei Seiten in meinem Herz. Beide gehören zu mir und meinem Herz. Aber ich habe die Klarheit für mich gewonnen, das trennen zu können. Ich habe mir das erarbeitet – an mir gearbeitet, an meiner Wahrnehmung, mit vielen psychologischen Tipps und Tricks, die pragmatisch helfen… Tag für Tag. Und auch heute.
Ich habe so viel ausprobiert und mir so Vieles erarbeitet – was für mich funktioniert und für die Frauen, die ich im Coaching begleite, ebenfalls. Vieles aus der Psychologie und den „Tipps zur Lebensführung“ ist schlichtweg nicht auf den Kinderwunsch übertragbar. Ich glaube, genau deshalb tut einem in dieser Zeit jemand gut, der das selbst erlebt hat – und sich nicht nur „vorstellt, wie es ist, sich nach einem Kind zu sehnen“.

Wenn mir jemand gesagt hätte „Dreh‘ Deine schlechten Gedanken in Gute um“, dann hätte ich gesagt „So ein idiotischer Ratschlag. Wie blöd kann man eigentlich sein? Das geht vielleicht, wenn ich mich über jemanden ärgere, der (ok, etwas zugespitzt) mir den Parkplatz klaut oder der Chef Probleme macht… aber nicht bei einem so existententiellen Wunsch wie dem (unerfüllten) Kinderwunsch“. Und daran glaube ich noch heute. Vieles von dem, was „da draussen“ an Tipps kursiert, funktioniert bei den kleineren Schwierigkeiten und größeren Herausforderungen, die wir alle manchmal im Leben erleben. Aber ich persönlich glaube, dass der (unerfüllte) Kinderwunsch tiefer sitzt und man deshalb ganz anders damit umgehen muss. Und er berührt – auch das ein fundamentaler Unterschied zu den allermeisten anderen Lebensfragen und -krisen –  jeden einzelnen Lebensbereich.

Wer mit einem unerfüllten Kinderwunsch umgehen lernen möchte, der muss lernen, seinen Schmerz anzunehmen und in sein Leben zu integrieren.

Natürlich kommt noch mehr dazu, damit man nicht Tag für Tag „in Sack und Asche“ geht sondern auch Lebensqualität, Gelassenheit, Freude und Leichtigkeit (wieder) entdeckt. Dazu braucht es entweder viel Zeit, viel ausprobieren oder viel Erfahrung. Ich erlebe, dass oftmals ein Kinderwunsch Coaching gut tut und man den Weg leichter meistert, wenn es mit dem einen oder anderen „Schupps“ von jemand, der das alles selbst erlebt habt und einem so einen Spiegel vorhalten aber auch eigene Erfahrungsberichte geben kann. Ein „Spaziergang“ ist es deshalb noch immer nicht – aber es geht leichter und besser, wenn man mit jemand spricht, der weiss, wie es ist, sich nach einem eigenen Kind zu sehnen.

Was habe ich heute gemacht? Ein Wechselbad der Gefühle erlebt… ich habe mir vorher bewusst gemacht, was da auf mich zukommt… – und dennoch geweint, gelacht und tiefe Dankbarkeit gefühlt. Ich habe mich für meine Freundin von Herzen gefreut und dennoch im Verlauf des Tages darüber nachgedacht, wie es gewesen wäre, wenn… …. und das ist auch ok. Es wäre doch seltsam, wenn nicht, oder?!

Ja, meine unerfüllte Kindersehnsucht ist ein Teil von mir und meinem Leben. Ein Teil von meiner Seele, meinem Herz und meinem Kopf.
Meine Freundin und der kleine Junge sind auch ein Teil von meinem Leben – beide habe ich im Herzen und freue mich, dass ich das erleben darf und mich nicht verstellen muss.

Meine Freundin weiss, wie groß meine Freude über Ihr Kind ist – und meine Freundin weiss auch, was das mit meinem Herz und meiner Seele macht.

Ich bin dankbar für meine wunderbare Freundin. Dankbar für Ihren kleinen Sohn.

Und ich bin dankbar, dass ich es geschafft habe, mein Leben sinnerfüllt und glücklich zu leben – auch ohne Kind.
Ich bin stolz auf mich, weil ich den Kinderwunsch im wahrsten Sinn des Wortes „über-lebt“ habe und nach vorne schauen kann. Klar, hätte ich von Herzen gerne ein Kind gehabt. Heute brauche ich kein Kind mehr, um glücklich zu sein. Es wäre schön gewesen, wenn… Aber: Ich habe meinen Frieden damit gemacht. Es ist gut so, wie es heute ist. Ich bin in meinem neuen Leben angekommen.

Heute bin ich stolz auf den Weg, den ich bewältigt habe – und zutiefst zufrieden.
Mein Leben ist gut so, wie es ist.

Ich wünsche Dir, dass auch Du Deinen Weg findest und gehen kannst… und glücklich sein darfst!

 

Kinderwunsch Coaching - Beratung und Unterstützung bei Kindersehnsucht
made with love for you by
www.kindersehnsucht.de 

 

Update (ein paar Tage nach der Veröffentlichung des Artikels): Ich bedanke mich von Herzen für die unfassbar vielen Nachrichten, die mich auf den verschiedenen Wegen erreicht haben. Mir wurde darin Mut gemacht und gedankt für die offenen Worte. Und ich kann sagen: Ich bin vollkommen zufrieden mit meinem Leben; der Kinderwunsch ist mir heute nicht mehr wichtig. Ich kann auch sagen: Ich bin in meinem kinderlosen Leben angekommen und hadere nicht mehr damit. Ich kann sagen, dass ich nicht einmal mehr hoffe, doch noch irgendwie schwanger zu werden. Im Gegenteil: Ich habe meinen Frieden damit gemacht und mich meinem Leben – wie es ist – zugewendet. Und ich gestalte es mit voller Kraft und positiver Zuversicht.
Und Dir, Dir möchte ich auch Mut machen! Mut machen, ehrlich mit Dir selbst zu sein. Mut, daran zu glauben, dass auch Du es schaffen wirst, zufrieden zu leben – auch wenn das Schicksal für Dich vielleicht nicht die Erfüllung Deines Traumes bereit hält. Ich wünsche Dir Mut, daran zu glauben, dass es ein schönes, erfülltes Leben geben wird für Dich, auch wenn Du vielleicht kein Kind bekommst. 
Wenn Du denkst, dass Du dabei ein wenig Unterstützung gebrauchen könntest, dann melde Dich gerne bei mir. Ich biete Dir ein kostenloses, ca. 15minütiges Kennenlerntelefonat an. Darin sprechen wir über Deine Situation und das Unterstützungsangebot, das zu Dir in Deiner Situation passen könnte. Denn mir ist es wichtig, dass Du die Hilfe bekommen kannst, die Dir hilft, die nächsten sinnvollen Schritte zu gehen. Schreib‘ mir doch einfach über das Kontaktformular (klick). Ich freue mich auf Deine Nachricht.

Vielen Dank für die all‘ die schönen Nachrichten und Rückmeldungen auf diesen Text. Danke! Alles Liebe und Gute für Dich!

Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de