Kinderwunsch-Kindersehnsucht-Geschichte-Erfahrungsbericht-traurig-einsam-verzweifelt-neidisch-künstliche Befruchtung-Wartezeit-Blastozsysten-Ferber-Hilfe

Eine Kinderwunsch-Geschichte, die Alle kennen aber die man niemand wünscht

Am Samstag Abend – also vorgestern – um 22.09 Uhr habe ich eine Mail bekommen.
Am Sonntag – also gestern – habe ich einen Vortrag im Kinderwunschzentrum der Klinik Kempten gehalten. Sie feierten 10 Jahre Kinderwunschzentrum und haben eine Veranstaltung mit viel Liebe aufgesetzt. Es waren ziemlich viele Menschen im Raum und ich durfte vor ihnen darüber sprechen, wie sich der Kinderwunsch anfühlt und wie der Umgang mit der Sehnsucht gelingen und leichter werden kann.

Weißt Du, wie ich meinen Vortrag begonnen habe?

Noch bevor ich „Grüß Gott“ gesagt habe, habe ich in die Runde gefragt, was die Menschen gestern (also Samstag) Abend um 22.09 Uhr gemacht hätten… erst einmal grosses Erstaunen… einige Antworten von „Zähne putzen“ bis „Tagesthemen schauen“. Eine Frau sagte leise „Wäsche aufhängen“.
Fein. Und dann habe ich erzählt, dass es Frauen gibt, die am Samstag Abend um 22.09 Uhr mir ihre Geschichte schreiben… und habe dann einen Teil der Mail vorgelesen, der sich um diese Sehnsucht, die Verzweiflung und die Unumgänglichkeit des Themas (wie auf dem Supermarktparkplatz) dreht.

Ich sah’ die ersten Tränen in den Augen der anwesenden Patientinnen… und stilles Nicken.

Und von dort aus habe ich weitergesprochen… über die Tiefe der Sehnsucht, die Verzweiflung, die allgegenwärtige Präsenz… ja, ich habe die Grundlage meines Kurses „Wunsch und Wirklichkeit“ und die 7 Lebensbereiche genommen, in die die Kindersehnsucht eingreift und es veranschaulicht und Perspektiven aufgezeigt, warum es so, so schwer ist.
Und ja, so war diese Geschichte dieser Frau, die mir am Samstag Abend um 22.09 Uhr geschrieben hatte, den ganzen Sonntag bei mir…und so hat sie nun schon eine unglaubliche Ermutigung für die anwesenden Frauen gebracht – weil sie es kennen; weil sie sich verstanden fühlen. Weil sie merken, dass sie nicht alleine sind mit dem, was sie erleben. Weil sie merken, dass sie nicht „irre“ oder „krank“ sind – sondern nur von einer tiefen Sehnsucht beseelt.

Und weil mich diese Mail so berührt hat und weil die Dame mir schrieb, ich dürfe sie verwenden, so möchte ich sie heute auch mit Dir teilen… denn auch Du wirst die Geschichte vom Supermarktparkplatz verstehen:

***
„Liebe Franziska,
ich muss dir jetzt einfach mal schreiben. Einfach so, spontan aus dem Herz heraus. Seit Monaten erhalte ich deine liebevollen, Mut machenden und zugleich tröstenden Newsletter. Zu einem Kurs konnte ich mich leider noch nicht durchringen, hauptsächlich deshalb, weil mein Mann und ich (noch) jeden Cent in die Kinderwunschbehandlung stecken. Und dennoch, bzw. gerade deshalb sind deine kostenlosen Newsletter für mich ein Segen. Immer genau dann, wenn ich wieder in traurigen Gedanken zu ertrinken drohe, wenn ich gerade einen Streit mit meinem Mann hatte, weil wir beide nervlich auf einem Drahtseil balancieren oder dann, wenn wir wieder niederschmetternde Nachrichten bei dem nächsten Kinderwunschbehandlungs-Schritt erhalten haben – immer genau dann “ploppt” eine neue E-Mail an meinem PC auf. Und ich werde wieder daran erinnert: Ich bin nicht allein. Es gibt Hilfe. Es gibt Trost. Franziska ist da. Dann lese ich deinen Text. Häufig kommen mir vor Rührung die Tränen.

Heute habe ich dein kostenloses Workbook gelesen. Und finde: Es ist an der Zeit dir zurückzumelden, was für ein toller Mensch DU bist. Wie stark du bist. Dass du anderen Frauen hilfst die Krise zu meistern, die du selbst erlebt und überstanden hast. Wieviel Zeit du dir dafür nimmst. Und wie viele, tolle Texte ich von dir schon gelesen habe – ganz umsonst. Ich kann nicht in Worte fassen, wie sehr mich all das zu Tränen rührt. Deine Hilfe ist Balsam für meine Seele, tut einfach so unendlich gut.

Das wollte ich unbedingt loswerden. Ich kann mir gut vorstellen, eines Tages einen Kurs bei dir zu belegen. Mein Herz wird mir sagen, wann der richtige Zeitpunkt ist. Bis dahin werde ich weiter deine E-Mails lesen (wenn ich darf) und mich darüber freuen, dass sie immer genau im rechten Moment kommen. Wenn ich Mut brauche, Trost, einfach liebe Worte. Von dir. Von einer Frau, die genau weiß, wie man sich fühlt.

Gerne darfst du meine Mail auch von mir anonym auf deiner Seite oder irgendwo veröffentlichen. Es darf und soll jeder wissen, was ich dir zurückgemeldet habe. Was für eine tolle Frau du bist!

Abschließend noch eine kleine Geschichte von mir, die du mit Sicherheit verstehen kannst:

Nach unserer letzten ICSI wandelte ich die 14 Tage bis zum Bluttest wie benebelt mit 2 “wunderschönen” Blastozysten durch die Gegend. Am Anfang mit Euphorie, benebelt, weil ich nicht glauben konnte, dass ich 2 tolle Blastos in mir trug. Das durfte nicht wahr sein! Das Glück schien zum Greifen nah. Mit jedem Tag, der dann verstrich und ich wieder und wieder nichts in mir spürte wurde mir klarer: Es hatte wieder nicht geklappt. Mein Arzt empfand meine Einschätzung als vorschnell. Meine Schwester und meine Mutter sagten, es sei noch viel zu früh. Mein Mann meinte, ich würde das Unglück durch meine negative Sicht nur hinaufbeschwören. Wie auch immer: Ich war wieder benebelt, denn tief in mir drinnen wusste ich einfach, dass die 2 wundervollen Blastozysten sich bei mir offenbar nicht wohlgefühlt hatten, nicht bleiben wollten oder konnten.
2 Tage, bevor der Bluttest stattfinden sollte, fuhr ich einkaufen. Gerade fuhr eine Mutter mit ihren 2 Kindern (juchzend, mit schokoladeverschmierten Mund) auf dem Autorücksitz vom Mutter-Kind-Parkplatz hinunter. Der einzige Parkplatz, der frei war. Voller tiefster Trauer in meiner Seele, gefüllt mit einer riesigen Portion Neid auf diese Frau mit ihren Kindern, drehte ich kurzerhand mit meinem Wagen um und fuhr genau auf diesen Mutter-Kind-Parkplatz. Ja, genau! Das war MEIN Parkplatz! Ich trug 2 Blastozysten in mir und noch 2 Tage lang hatte ich alle Rechte einer potenziell schwangeren Frau. Und als potenziell schwangere Frau durfte ich wohl einen Mutter-Kind-Parkplatz benutzen. Frau mit 2 Blastozysten ist ja wohl fast das gleiche, wie Mutter mit Kind, oder nicht?
Trotzig öffnete ich die Autotür und knallte sie mit einer solchen Wucht zu, dass ich alle Augen auf mich zog. Als ich alleine aus dem Auto marschierte, wurde ich sofort von einer Mutter mit ihrem kleinen Sohn angesprochen, die mir dick und fett aufs Brot schmierte: “Ohne Kind dürfen Sie da nicht parken!”
Nun kochte bei mir die Wut vollends über: “Ach und woher wissen Sie, dass ich kein Kind habe?”
Die Mutter: “Na, wo soll es denn sein?”
Ich zeigte auf meinen Unterleib und weinte: “Da drin ist es! Und deshalb bleibt mein Auto jetzt hier auch stehen. Parken Sie Ihr Auto halt woanders.”
Tränen überströmt ging ich in den Laden. Drehte mich nicht einmal mehr um. Es war alles gesagt.


2 Tage später war der Bluttest natürlich negativ ;-(. Aber zumindest hatte ich mich einen kurzen Moment lang (fast) gefühlt wie eine Frau mit Kind….

Liebe Franziska, ich umarme dich ganz lieb aus der Ferne. Obwohl ich dich nicht kenne, stehst du mir so nah. Danke, dass es dich gibt! Deine J.“

***

Kennst Du dieses Gefühl?
Weisst Du aus dem eigenen Erleben, wie sich so eine Alltagssituation wie die Suche nach dem Parkplatz anfühlen kann?
Weisst Du, wie heftig der Kinderwunsch in alle Lebensbereiche eingreift – so heftig wie kaum ein anderes Lebensereignis.
Er ist immer da.
Man kann der Thematik nicht auskommen; sie nicht umgehen – sich nicht davor „abschotten“. Sie ist einfach über-überall.

Das Einzige, was man tun kann, ist dafür zu sorgen, dass man so gut es geht auf festem Boden steht.
Und das geht mit Vorbereitung und innerer Klarheit und – sind wir ehrlich – auch einer gewissen Strategie.
Und das geht, in dem man sich nach Strategien umsieht, die einem helfen, bisherige Verhaltensweisen und Vorgehensweisen zu ersetzen… Du erinnerst Dich an mein Bild vom Kreis… der nur dann rund ist, wenn etwas, das wegfallen soll, durch etwas Anderes ersetzt wird…

Ja, die Konfrontation mit dem Kinderwunsch ist überall – manchmal vorhersehbar; manchmal unverhofft.
Es ist schwer – und es wird auch nicht hopplahopp leicht werden.
Aber das, was Du tun kannst, darfst Du tun, oder?
Und ich unterstütze Dich gerne dabei.
Dieser lieben Frau, die mir am Samstag um 22.09 Uhr diese Mail schrieb, tun die Newsletter gut. Das freut mich zutiefst – es rührt meine Seele und ermutigt mich, weiterzumachen.

Wenn Du mehr willst, melde Dich gerne… melde Dich gerne zu einem meiner Online Coaching Kurse (da gibt’s dann auch weitere, tiefere und noch konkrete Tipps und Übungen!) an oder vereinbare mit mir ein Telefon-Coaching! Du kannst ganz einfach und unkompliziert HIER (klick!) eine Nachricht an mich schreiben!

Mach‘ das, ja? Ich würde mich von Herzen freuen!

Kinderwunsch Coaching - Beratung und Unterstützung bei Kindersehnsucht

Ach, übrigens… kaum hatte ich diese Nachricht hier an meine lieben Kinderwunschfrauen im Newsletter verschickt, bekam ich grossartige, wunderbare, ermutigende Nachrichten – teilweise direkt an die Frau gerichtet, die um 22.09 Uhr die E-Mail geschrieben hatte.

Hier ein Auszug:

Feedback Dame_1: „(…) Das war ein toller Newsletter Beitrag, vielen Dank dafür! Mir geht es ähnlich wie der Dame, von der Sie schreiben. Ihre Mails kommen häufig zum passenden Zeitpunkt, sind oft rührend und oder machen nachdenklich (im positiven Sinne). Falls Sie der Dame noch antworten oder Ihr etwas weiterleiten möchten (oder auch anderen Frauen), sagen Sie Ihr bitte, dass ich ihre Reaktion großartig fand! Sie hatte Recht damit, sich auf den Parkplatz zu stellen. Und die Reaktion auf die unpassende Frage der Mutter war super, ich hätte mich das nicht getraut.

Sagen Sie ihr gerne, dass sie definitiv nicht alleine ist mit diesen Gedanken, dem Auf und Ab der Gefühle, der Intuition, wenn es mal wieder nicht geklappt hat, der Hoffnung, dem Neid und der Wut darauf, dass andere scheinbar mühelos all das haben, was sich viele von uns wünschen (gewünscht haben). An schlechten Tagen ärgere ich mich über „Diskriminierung“ wie Baukindergeld, Elternteilzeit und Kinderfreibetrag – ich hätte das auch alles gerne, und es liegt ja nicht an mir, das ich kein Kind habe (naja, irgendwie schon, aber es ist ja keine freiwillige Entscheidung zur Kinderlosigkeit).
Und sagen sie ihr gerne, dass mir Ihr Coaching gut geholfen hat, dass es gut investiertes Geld ist 🙂 (…)“

Feedback Dame_2:  „(…) wow … ich habe schon oft geweint, während ich deinen Newsletter las, aber gerade hat´s mich umgehauen! Ich danke dieser Frau für ihre Offenheit und kann mich in allen Punkten nur anschließen.(…)“

Feedback Dame_3: „(…) und wie ich die Gefühle verstehe. Auch heute noch kämpfe ich mit solchen Situationen, wobei ich aber mittlerweile schneller zur ‚Tagesordnung‘ übergehen kann, ich habe gelernt, durch Ihre Hilfe, es so sein zu lassen. Es schadet sonst nur mir selbst. Ändern kann ich es ja leider nicht.
Mir fiel eben ein Spruch ein: „Die Zeit heilt nicht alle Wunden, man lernt mit ihnen zu leben.“
Das ist für mich der Weg, anders scheint es nicht zu gehen, denn wir wollen doch leben!“

***
Und das schrieb mir J. (die 22.09 Uhr-Dame 🙂 später noch – nur ein Auszug, denn die Mail war sehr lang, sehr wunderbar, sehr rührend. Also… das schrieb‘ sie mir: „(…) 
Und jetzt gerade, wo ich diese Mail schreibe – “ploppt” wie per Gedankenübertragung deine nächste Feedback-Mail auf. Wahnsinn!!!! Nun wieder Rückmeldungen von Frauen an MICH??? Da habe ich nun das positive Feedback, von dem ich eben noch erzählte, dass es mir bei meiner Arbeit so fehlt. Dabei wollte ich es eigentlich an DICH weitergeben. Hach, wie du schreibst – es ist einfach rührend und toll, wie ähnlich sich all die Gedanken und Gefühle von “uns Betroffenen” doch sind. Und wie groß die Hilfsbereitschaft untereinander! Grandios!! Wenn ich mal wieder eine Alltagsgeschichte erleben sollte, dann schreibe ich sie wieder auf und schicke sie dir zu. Du glaubst gar nicht, wieviel weniger allein ich mich jetzt fühle. Und all die anderen Frauen vermutlich auch. Richte ihnen gerne ein großes Dankeschön aus (aber fühl dich bloß nicht verpflichtet, sonst bist du nur noch damit beschäftigt, als Vermittlerin zwischen allen tätig zu sein Smiley). Auf jeden Fall denke ich an dich, an euch und werde heute mit dem wärmsten Herzen schlafen gehen, das ich seit unendlich langer Zeit nun wieder haben darf. Dank DIR! (…)“

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Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de