Jeden Tag nutzen – erst Recht beim Kinderwunsch

Jeden Tag nutzen… erst Recht beim Kinderwunsch“ – so lautet die Überschrift dieses Impulses. Und ja, genau so meine ich es! Aber… ich glaube, es ist – gerade dann, wenn man schwierige Zeiten durchlebt – sehr wichtig, sich dabei auf sich zu besinnen. Sich selbst ins Zentrum zu stellen und von dieser Position der Selbstfürsorge ausgehend genau das zu tun „SELBST FÜR SICH SORGEN“.

Als Kind wissen wir Menschen noch sehr genau, was wir gerade brauchen. Mit jedem Tag, den wir älter werden, verlernen wir es, auf diese inneren Impulse bzw. die innere Stimme zu hören. 
Das, was Andere meinen, sagen, tun ist wichtiger – wird wichtiger. Wir lernen, dass „Bedürfnisbefriedigung“ egoistisch ist und dass „das Achten auf uns selbst“ nicht „sozial akzeptiert“ ist. Deshalb glauben wir nur zu gerne, dass wir erst dann Anerkennung und Wertschätzung bekommen, wenn wir unseren Fokus auf Andere richten, uns um andere Menschen kümmern und es ihnen „recht machen“.

Fataler Fehlglaube. Finde ich.

Was ist denn wertvoll für Andere? Wann sind wir denn belastbar und stabil genug, um einen Beitrag zu leisten? Dann, wenn es uns gut geht. Insofern ist es keineswegs „egoistisch“, wenn wir uns selbst an erste Stelle setzen und vor Allem das Augenmerk darauf richten, dass es einem selbst gut geht. Denn dann sind wir unabhängig, stark, stabil und können für Andere auch da sein, wenn sie uns brauchen.

So herum wird „ein Schuh“ daraus: Wer selbst schwierige Zeiten bewältigen muss, sollte das Augenmerk noch einmal mehr auf sich richten! Wer schwierige Zeiten durchlebt, muss – denke ich – seinen Weg finden, damit umzugehen. Was andere Menschen tun, ist bestenfalls eine Inspirationsquelle; keine Meßlatte!

Und so habe ich im Verlauf der letzten 12 Jahre (das ist die Zeit, die ich mit dem Kinderwunsch und dem Abschied davon verbracht habe) gelernt, nur noch auf mich selbst zu hören und meine eigene Routine der Selbstfürsorge zu definieren und konsequent zu befolgen.
Was mir hilft – immer noch – ist, dass ich jedem Wochentag ein „Motto“ gegeben habe… und zwar Eines, das mir entspricht und nicht den landläufigen Zuschreibungen, die wir als Gesellschaft einem Wochentag zuschreiben.

Deshalb hat jede Woche und jeder Wochentag darin eine Aufgabe und Funktion FÜR MICH und FÜR MEINE SELBSTFÜRSORGE:

Freitag = Worauf hast Du Lust?
Ich liebe Freitage… denn hier achte ich darauf, dass ich etwas ganz bewusst für mich möglich mache, auf das ich Lust habe… das reicht als einziger Grund, es zu tun. Keine Nutzenorientierung, kein Fleiß, kein Druck… sondern eben nur das Kriterium „Lust“. Es muss nicht immer Großes sein (dafür fehlt im Alltag ja auch oft die Zeit). Bewusstes Nachgeben der Lust… das ist es. Und wenn es nur die extra Tasse Tee (Earl Grey mit Milch; immer! Dazu ein Stück Schokolade!) ist, für die ich mir 10 Minuten Zeit nehme. #iloveit

Samstag = Mach‘ langsam!
Ich gebe es zu: Ich bin ein Fleiss- und Leistungsbienchen. Wenn ich „Nichts gebacken“ bekomme, geht es mir mies; sehr mies. Ich gebe selten Ruhe, mache viel zu wenige Pausen, esse oft unregelmässig und stelle nicht selten um 15 Uhr fest, dass ich – bis auf die Milch im Tee – noch gar Nichts gegessen habe. Samstag ist für mich der Tag, in dem ich ganz bewusst die Dinge in meinem Tempo und ohne „Druck“ tue, etwas erreichen zu „müssen“.

Sonntag = Sorge für Ergebnisse!
Für mich ist der Sonntag kein „Chill-Faulenz-Tag“ sondern der Tag, an dem ich mir überlege, was ich tun kann, damit ich sehe, dass mein Sein und Tun etwas „Sichtbares“ erreicht. Ich will etwas erreichen und bewegen und verändern… und ich glaube, dass man nicht „Weltmeister“ wird, in dem man faul rumliegt. Ich brauche es, etwas zu schaffen / zu kreieren… vom Nichtstun kommt keine Kreativität und kein Wohlbefinden – jedenfalls nicht für mich. Im Gegenteil: Dann bin ich genervt von mir selbst. Etwas zu erschaffen, das ist es, was mich Abends zufrieden sein lässt. 

Montag = Gebraucht werden – werde gebraucht
Ein Grundbedürfnis des Menschen, dieses „gebraucht werden“ – eine Rolle spielen, wichtig sein… und ich glaube, es ist einer der zentralen Treiber hinter dem Kinderwunsch… jedenfalls definitiv für mich. Ja, ich möchte gebraucht werden… ich möchte fürsorgen und „da sein können“. Es ist für mich die Grundlage seelischen Wohlbefindens. 
Montags mache ich daher in der Regel nur ein Telefon-Coaching am Abend und konzentriere mich während des Tages darauf, die „Hausaufgaben“ der Frauen, die ich über die Online Kurse begleite, individuell zu beantworten. 

Dienstag = Hab‘ keine Angst – sei mutig
Angst ist zwar wichtig, wenn es um direkte Gefahrenabwehr geht… aber so richtig „schick“ ist das Gefühl nicht. Und was ist – neben der Analyse, was dahinter steckt – das beste „Gegenmittel“ für Angst? Nun, ich glaube, es ist Mut. Mein Großvater sagte immer „um mutig zu sein, muss man mutig sein“ und meinte damit, dass man für sich einstehen und sich etwas (zu-)trauen muss. Wenn es gut geht, generiert man aus dieser Erfahrung den Mut dafür, erneut mutig zu sein. Dienstag ist mein „sei mutig“-Tag. Hier schaue ich, dass ich – und sei es nur klitzeklein – etwas ausprobiere, entdecke, verstehe, analysiere, entscheide oder wage. 
Übrigens: Oft ist es auch „nur“ die Entscheidung, mich ganz besonders auf mich selbst zu konzentrieren und „die Anderen die Anderen sein zu lassen“. Auch das ist ziemlich mutig. 

Mittwoch =  Anerkennung bekommen
Noch so ein heftiger Antreiber, den wir im Verlauf unseres Lebens lernen. Anerkennung bedeutet für viele Menschen Sicherheit, Zugehörigkeit, Wert. Was wir dabei oft vergessen, ist, dass wir uns selbst vor Allem erst einmal WERT zusprechen sollten. Wie viele Menschen kenne ich, die stark mit ihrem Selbstwert kämpfen und sich „minderwertig“ fühlen? Sehr, sehr viele. Und ich glaube, dass das „Nicht-Ereignis Schwangerschaft“ ganz massiv dazu beiträgt. Denn wenn es doch „Allen“ gelingt, schwanger zu werden und einem selbst nicht, dann ist man ja wohl weniger wert? (!!!!!Bullshit!!!!).
Also schaue ich, dass ich mir am Mittwoch vor Augen halte, was ich für Gaben, Fähigkeiten und Ressourcen in meinem Leben habe… ich schaue auf meinen Wert und das, was ich schaffe und erschaffen habe. 
Oft lese ich dann in meinem „Coaching Poesiealbum“, wie ich das E-Mail-Postfach nenne, das voll‘ von wunderbarem, dankbaren, ermutigendem Feedback der Frauen ist, die ich auf ihrem Kinderwunschweg begleiten und unterstützen durfte.

Donnerstag = Mach es Dir schön in Deinem Umfeld!
Klassischerweise der Tag, an dem ich meine Pflanzen pflege und die Blumen in den Vasen (ich habe ca. 3 Millionen 😉 kleine Vasen, in denen oft nur ein (Wiesen-) Blümchen steckt) austausche. Und ich gehe oft mit „offenen Augen“ umher und schaue mich um… denn in seinem eigenen Zuhause steckt oft viele Jahre Arbeit, bis es das „Wohlfühl-Zuhause“ ist, das es ist. Das kann man sich schon auch mal vergegenwärtigen.

Wie ich dazu gekommen bin, diese Wochentage jede Woche auf’s Neue mit einem Motto zu versehen? Nun, ich habe mich vollkommen auf mich selbst konzentriert und mich darum bemüht, zu verstehen, wie ich ticke… wie ich gestrickt bin und was (genau!) meine Bedürfnisse sind. Und dann habe ich eben diese Überschriften für mich entwickelt, damit ich sie nicht aus dem Blick verliere. 
Diese Herangehensweise ist übrigens definitv ein ganz wichtiger Aspekt auf meinem Weg des 
Abschied nehmens vom Kinderwunsch gewesen! Denn wenn wir enttäuscht, halt- und orientierungslos aus dem Kinderwunsch in den Abschied gehen müssen, dann muss man sich sehr mit sich selbst und dem, was man sich von dem „Mutter sein“ erhofft hat, auseinandersetzen. Man muss einen Plan schmieden, wie man dennoch zufrieden leben kann – und das geht nur über die intensive Auseinandersetzung mit sich selbst und dem, was hinter dem Kinderwunsch steckt. Das Alles ist übrigens Teil von meinem „Lebewohl – LEBE WOHL“-Kurs … dem Erlebten einen Platz geben, es verstehen und analysieren UND dann parallel Wege zu finden, wie man die Treiber des Kinderwunsches in sein (ja, leider ungewollt) kinderloses Leben integrieren kann. Das muss aus meiner Sicht parallel gehen, denn man kann nicht etwas so Gewichtiges aufgeben ohne einen Plan B zu haben! 

Also… jeden Tag besinne ich mich auf das Tagesmotto und verfolge es… es zieht sich durch den Tag. Daran orientiere ich mich an diesem Tag – das ist dann meine Meßlatte für mein Tun. Und wenn ich sie bewusst verfolgt und umgesetzt habe, kann ich mir selbst am Abend davon erzählen, dass ich es neben Arbeit und Verpflichtungen eben AUCH geschafft habe, GUT FÜR MICH ZU SORGENWeil ich so sicherstelle, dass im Verlauf einer Woche meine Wichtigkeiten berücksichtigt werden.
Wie am Beispiel „Donnerstag“ sichtbar ist, ist es nicht immer „etwas Großes“, das wirkt. Ich glaube eher, es ist das tägliche und konsequente Umsetzen, das eine Wirkung entfaltet. 5 Minuten jeden Tag ist besser als 5 Stunden alle 4 Wochen. 

Wie sind Deine ganz konkreten Bedürfnisse und wie integrierst Du sie in jede Woche? 

Heute ist Freitag und damit für mich „Worauf hast Du Lust“-Tag. Ich glaube, heute Abend werde ich einen Kuchen backen… damit ich’s morgen „schön langsam“ angehen lassen kann. Vielleicht einen Nußkuchen? Oder doch lieber einen Käsekuchen? Mal sehen, worauf ich heute Abend dann Lust habe 🙂

Ganz liebe Grüße zu Dir und ein gutes Wochenende – das Dir und Deinem Wesen gerecht wird und auf das einzahlt, was Du brauchst, um zufrieden sein zu können!
Franziska

Kinderwunsch Coaching - Beratung und Unterstützung bei Kindersehnsucht

PS: Ich bin immer für Dich da – jeden Tag in der Woche. Für mich ist es absolut normal, dann Termine anzubieten, wenn Du Zeit hast – also immer auch am Abend. Und wenn es nicht anders geht, biete ich Termine auch am Samstag oder Sonntag an. Alle Infos zu einem Coaching-Telefonat findest Du hier (klick). Sonntag Abends kann man beispielsweise prima telefonieren!
Und wenn Du nicht (nur) sprechen aber dennoch gerne meine Unterstützung haben möchtest, dann ist vielleicht einer der folgenden Online Kurse richtig für Dich? Da gehen wir Schritt für Schritt zusammen voran, denn nach jeder Einheit tauschen wir zwei uns aus und gehen erst dann weiter, wenn wir ein Kapitel abgeschlossen haben. So bin ich hier immer an Deiner Seite!
Mein Neid macht mich traurig: www.kinderwunsch-neid.de

Die Gedanken im Hamsterrad: www.kinderwunsch-hamsterrad.de

Der Geschwisterkinderwunsch: www.kinderwunsch-geschwisterkind.de

Lebewohl – Lebe wohl, Plan B und Abschied: www.kinderwunsch-lebewohl.de
Erinnerst Du Dich, was ich sagte? Ich glaube, Abschied nehmen geht nur, wenn man einen Plan B hat… nicht erst das Eine und dann das Andere tun … sondern parallel vorgehen. So ist dieser Kurs auch aufgebaut… zurückblicken (= Lebewohl) und gleichzeitig nach vorne schauen (= wohl leben können)!

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Franziska Ferber
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