Abschied und Lebewohl

Wenn nach einer langen Zeit der Hoffnung die Erkenntnis naht, dass der nächste Schritt auf der langen Reise das Abschied nehmen ist, kann es einem den Boden unter den Füßen wegziehen. So viel getan – Alles umsonst. Und jetzt in ein kinderloses Leben finden müssen, das man nie wollte. Es erscheint grauenvoll und unmöglich zu sein… und dennoch ist es so. Mir ging es selbst genau so und dennoch habe ich in den letzten Jahren viel über eine „Systematik“ des Kinderwunsches verstanden, mit der dieser Weg gelingen kann.

Abschied vom Kinderwunsch – Lebewohl, mein Wunschkind

Die Erkenntnis, dass die Hoffnung auf das Wunschkind gehen muss und man sich mit dem Gedanken, ein ungewollt kinderloses Leben leben zu müssen, „arrangieren“ muss, zieht einem den Boden unter den Füßen weg.
Denn in aller Regel hat man es ja nicht nur über eine kurze Zeit sondern über viele Zyklen versucht.

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Wir messen die Zeit in Jahren und sollten das beim Kinderwunsch nicht tun

Ja, es hat sich in unserer Gesellschaft eingebürgert, dass wir die Zeit in Jahren messen. Beim Kinderwunsch ist das aber meiner Meinung nach nicht gerecht(fertigt). Denn schliesslich hat man es in jedem Zyklus auf’s Neue gehofft, nun, endlich schwanger werden zu dürfen.
Wenn man davon ausgeht, dass ein Jahr durchschnittlich 12 Zyklen beinhaltet, dann heisst das auch, dass man 12x gehofft und 12x enttäuscht wurde. Wenn dann noch Stück für Stück die Traurigkeit einen größeren Anteil an einem Zyklus hat als die Hoffnung, dann kann man sich vorstellen, weshalb ein Kinderwunsch über Jahre so gravierend für die Psyche ist.

Wenn Sie bspw. 3 Jahre ihren Kinderwunsch verfolgt haben, dann haben Sie  – durchschnittlich – 36x gehofft und wurden 36x bitterlich enttäuscht. Die Abstände zwischen Hoffnung und Enttäuschung wurden immer geringer bis es – womöglich – so weit kam, dass Sie so gut wie gar keine Hoffnung und dafür um so mehr Enttäuschung und Verzweiflung fühlen.

Wir nennen es Kinderwunsch

Ja, wir nennen es „Kinderwunsch“. Dabei ist es so viel mehr – es ist eine tiefe, innere Sehnsucht. Und deshalb nenne ich mein Unterstützungsangebot ja auch ‚Kindersehnsucht‘.

Eine Sehnsucht ist so viel mehr als ein Wunsch. Haben Sie auch schon einmal das Gedankenspiel gespielt, was Sie tun würden, wenn Sie einen richtig großen Lottogewinn erleben würden? Nun… das sind Gedankenspiele, die auch Freude machen. Und es ist nicht „schlimm“, dass sich dieses Lottoglück nicht erfüllt hat. Beim Kinderwunsch ist das Anders – ein Kind zu bekommen, Mutter zu werden und zu sein ist anders. Dieser Wunsch entstammt aus dem tiefsten Inneren und kann eben nicht „zur Seite“ gestellt werden.

Tiefste Motivationen – Zugehörigkeit, Sinn und Aufgabe

Beim Kinderwunsch geht es um existentielle menschliche Bedürfnisse – nach Zugehörigkeit, nach Verlässlichkeit, nach einer „festen Gruppe“, in der man so sein kann, wie man ist.
Da geht es um tiefste, innere Motivationen, die sich auch nicht durch bspw. „ein neues Hobby“ kompensieren lassen. Denn auch das schönste Hobby der Welt würde in der Dimension dem Kinderwunsch nicht gerecht werden.

Wohin mit meiner Liebe?

Wer sich sehnlichst ein Leben mit Kind wünscht und es auch immer so für sich „gesehen“ hat, der wird am Ende der Hoffnung und zu Beginn des Abschied Nehmens sich fragen, woher denn dann Sinn und Aufgabe aber auch die vielen weiteren „Assoziationen“, die mit dem „Mutter werden“ einher gehen, kommen sollen.

Ein „weiter wie bisher“ ist selten eine Option

Wenn Sie den Abschied vom Kinderwunsch bewältigen müssen, dann werden Sie sich damit auseinander setzen müssen, was denn seine Erfüllung für Sie auf den verschiedenen Ebenen bedeutet hätte. Was dann anders gewesen wäre als es heute ist.

Der Weg ist steinig und sicherlich nicht das, was Sie wollten. Keine Frage. Und dennoch bin ich auf Grund meines eigenen Weges zutiefst davon überzeugt, dass Sie diese Grundlagenarbeit machen müssen… damit Sie Frieden aber eben auch in ein erfülltes Leben, in dem Sie wohl leben können, finden können.

Ja, es wird bedeuten, dass Sie hinter Ihren Kinderwunsch schauen und verstehen, was Sie angetrieben hat… was seine Erfüllung für Sie bedeutet hätte und wo Sie heute zwar Antworten brauchen aber keine haben.

Kinderlosigkeit bedeutet oft das Gefühl von Mangel

Es mag Ihnen so erscheinen, als müssten Sie einen unendlich hohen Berg erklimmen… und hätten keine Ahnung, wie Sie das schaffen sollen. Sie fühlen sich nicht gut genug gerüstet. Sie kennen die Route nicht. Und die passenden Schuhe haben Sie auch nicht dabei.

Das Einzige, was Sie im Gepäck haben, ist das wissen, dass Sie es schaffen müssen – irgendwie. Weil Sie sonst untergehen und ein Leben lang unglücklich sein werden.

Schauen Sie… ich glaube, das Wort „Abschied nehmen“ impliziert, dass man es einmalig bewältigen muss und dann ist es vorbei; geschafft.
Ich glaube, das trifft auf den Kinderwunsch nicht zu, denn Sie müssen ja weiter Ihr Leben leben – und das ohne Kind.

Ich glaube, Sie können sich nicht einmalig vom Kinderwunsch verabschieden und dann – zugespitzt formuliert – so tun, als wäre es kein Thema. Aus meinem eigenen Erleben heraus bin ich davon überzeugt, dass ich ein Leben lang sagen werde, dass ich ungewollt kinderlos bin. Denn es hat auch etwas damit zu tun, wie ich mich selbst sehe. ich bin keine „Karriereziege“, die voller Egoismus und Selbstzentriertheit leben möchte. Nein, ich bin so weit weg von diesem Klischee wie man es nur sein kann. Ich glaube daher, dass es für mein Selbstbild und damit auch seelische Stabilität immer wichtig sein wird, dass ich mich als „ungewollt kinderlos“ sehe. Sonst würde ich das, was lange Zeit so gross in meinem Leben war ja auch quasi versuchen aus mir herauszuschneiden. An den Erfolg eines solchen Unterfangens glaube ich einfach nicht.

#1von7 – 1 von 7 Paaren ist in Deutschland ungewollt kinderlos.

Ein Leben lang ungewollt kinderlos

Ja, ich sehe mich selbst als „lebenslänglich ungewollt kinderlos“. Und mir ist es auch wichtig, mich so zu sehen. Weshalb das auch für Sie wichtig sein könnte? Nun, ich glaube, man kann sich nicht einmalig davon verabschieden und dann einfach so weiterleben. Der unerfüllte Kinderwunsch macht etwas mit Ihnen. Vielleicht nehmen Sie wahr, dass Sie deutlich mehr Tiefe von Ihren Mitmenschen fordern und Oberflächlichkeiten nicht mehr so gut ertragen? Vielleicht fragen Sie sich, wie Sie Sinn und Aufgabe in Ihr Leben holen können – und nicht mehr nur von Montag bis Freitag Ihrem Job nachgehen können, den Sie zwar mögen, der Sie aber vielleicht emotional nicht vollkommen erfüllt?

Nun, ich lege Ihnen nicht nahe, Sie mögen jetzt „Alles anders“ machen. Ich sage nur, dass jemand, der in sein durch Kinderlosigkeit geprägtes Leben starten möchte, vielleicht nicht unbedingt den einmaligen Abschied anstreben sollte.

Lebewohl. Lebe wohl.

Ich glaube daran, dass das viel weichere, zärtlichere „Lebewohl“ viel angemessener ist. Denn zum Einen trifft es die innere Haltung und Bedeutung und zum Anderen lässt es sich auch in zwei Worte teilen: LEBE WOHL. Und ich glaube, genau darum geht es… trotz Allem einen Weg für sich zu finden, WOHL LEBEN zu können.

Sie können nach meiner Erfahrung nicht erst Abschied nehmen und sich dann erst um ein gelingendes Leben bemühen. Ich glaube, Sie werden den Weg nicht finden, wenn Sie nicht Beides gleichzeitig tun – Frieden nach hinten finden und mit Perspektive, Mut und Vertrauen nach vorne leben.

Wie aber kann ein Leben ohne Kinder gelingen?

Ich mache gute Erfahrungen damit, zum Einen das Abschiednehmen zu gestalten und dem Gewesenen zudem einen Platz zu geben UND gleichzeitig nach vorne zu leben. Sie müssen, denke ich, wissen, wo Sie hinkommen wollen. Sie können nicht unter dem Druck des Mangels und Kraftlosigkeit ob des hinter Ihnen Legenden Weges noch mehr „abgeben“ oder „loslassen“ ohne zu wissen, wie es danach weiter geht.

Wenn Sie sich zunächst darauf konzentrieren würden, Abschied zu nehmen, dann rutschen Sie aus einer sowieso schon sehr emotional wackeligen Situation in den absoluten Mangel.

Ich glaube, das ist quasi emotional unmöglich. Sie können nur dann etwas loslassen, wenn es nicht gleichbedeutend für Sie ist, dann „Nichts“ mehr zu haben. Und so verfolge ich den Ansatz, dass Sie zum Einen einen Plan für das, was kommen soll, entwickeln müssen UND gleichzeitig dem Erlebten einen Platz geben und das Gewesene verarbeiten müssen.

Ja, ich glaube daran, dass es nur parallel zu bewältigen ist. Parallel – nicht nacheinander. Und so sage ich: LEBEWOHL zu sagen bedeutet auch zu sehen, wie man – trotz Allem – WOHL LEBEN kann.

Angst und Druck brauchen Aktion statt Reaktion

Womöglich spüren Sie angesichts des vor Ihnen liegenden Weges eine ganze Menge Druck auf Ihren Schultern. Ich fürchte, Sie fühlen das Gewicht des zurückliegenden Weges in dem Rucksack, den Sie mit sich herumtragen. Wenn dann noch die Unsicherheit ob des künftigen Lebens hinzukommt, dann kann ich mehr als nachvollziehen, wie viel Angst und Druck Sie sich ausgesetzt fühlen.

Nach all‘ dem, das Sie auf sich genommen haben, sind Sie in die Reaktion gerutscht. Sie haben nicht mehr selbstbestimmt – sondern wurden bestimmt. Wenn es auf dem Weg, der nun vor Ihnen liegt, ein Gutes zu benennen gibt, dann das Sie nun wieder in die Aktion gehen können… dass Sie selbst agieren, wieder handeln und bestimmen aber auch auch wählen können. Es mag‘ sich nicht nach „Luxus“ anfühlen – und dennoch liegt vor Ihnen nun ein weisses Blatt Papier, das Sie selbst beschreiben dürfen.

Was steckt hinter dem Kinderwunsch?

Sie werden auf diesem Weg für sich verstehen müssen, was Sie sich vom „ein Kind bekommen“ und „Mutter sein“ versprochen haben. Ich glaube, es ist wichtig, dass Sie hinter Ihren Kinderwunsch schauen und verstehen, aus welchen Puzzleteilen er sich zusammengesetzt hat. Und das ist mehr als „nur“ „Liebe geben“… wesentlich mehr. Denn ja, das sind die wunderbarsten Beweggründe um ein Kind zu bekommen aber ich bin nahezu sicher, dass es nicht die einzigen sind, die Sie angetrieben haben.

Die Rolle Ihrer Persönlichkeit beim Kinderwunsch

Ich bin fast sicher, dass es auch für Ihre Persönlichkeit und Wesenszüge eine Bedeutung gehabt hätte, wenn Sie Mutter geworden wären. Und darauf ziele ich ab. Ich glaube, Sie werden nur dann WOHL LEBEN können, wenn Sie diesen Aspekten gerecht werden. Sie werden Antworten finden müssen, damit Sie Frieden finden können.

Ich habe in den über 10 Jahren, in denen ich mich Tag für Tag mit dem Kinderwunsch und dem ungewollt kinderlosen Leben beschäftige, viel über die Systematik verstanden, wie man „lernen“ kann, den Kinderwunsch loszulassen und dennoch in ein zufrieden machendes Leben finden kann – auch wenn es ein ganz anderes Leben ist, als das, das man sich gewünscht hat.

Kein selbstgewählter Weg – aber trotzdem ein machbarer

Es ist – zweifelsohne – kein selbstgewählter Weg, der vor Ihnen liegt. Und ja, er macht auch „Arbeit“. Aber: Sie haben die echte Chance, nun aus der langen Zeit der „Warterei“ herauszukommen und das Heft des Handelns nun wieder selbst in die Hand zu nehmen. Wenn wir zusammen diesen Weg gehen, dann verspreche ich Ihnen, dass ich mal vor Ihnen gehen und den Weg leuchten werde. Manchmal werde ich Hand in Hand mit Ihnen ausschreiten und andere Male hinter Ihnen gehen und Ihnen den Rücken stärken.

Ich bin diesen Weg des „Lebewohl – Lebe wohl“ gegangen und weiss, dass es geht. Es ist möglich, wenn Sie dem Erlebten einen Platz geben und zudem ein Bild davon für sich entwickeln, wie es denn statt dessen Sinn und Aufgabe, Zugehörigkeit, Lebensfreude und inneren Frieden geben kann.

Wenn Sie möchten, begleite und unterstütze ich Sie auf diesem Weg – mit all‘ meinem Wissen um die Fragen, auf die man Antworten finden darf; sei es in einem persönlichen Coaching-Gespräch oder über den begleiteten Online Kurs „Lebewohl – LEBE WOHL“, der all‘ das in kleinen Schritten beinhaltet, was mir selbst geholfen hat, trotz Allem wohl leben zu können.

Was kann ich für Sie tun, damit Sie WOHL LEBEN können?

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