Liebe Franziska, jetzt, da das Coaching zu Ende ist, habe ich mal versucht für mich Bilanz zu ziehen. Wenn man so ein Coaching beginnt hat man wohl immer die stille Hoffnung, dass man dadurch wieder zu seinem früheren, fröhlichen, unbeschwerten Selbst zurückfindet. Aber so ist es nicht, das ist auch wohl eine sehr naive Hoffnung. Das Coaching hat mir nicht die Leichtigkeit der früheren Jahre zurückgegeben, aber er hat etwas anderes, besseres, getan: Er hat den Schicksalsschlag des unerfüllten Kinderwunsches in die richtige Perspektive gerückt. Es ist eben nicht der allergrößte und allerschlimmste Schicksalsschlag aller Zeiten, der einen fortan in ein dunkles Zeitalter treiben muss. Es ist einer von vielen größeren und kleineren Schicksalsschlägen, die alle Menschen mal mehr und mal weniger treffen im Laufe des Lebens. Dass diese Schicksalsschläge passieren können wir nicht immer verhindern, also müssen wir lernen, uns mit ihnen auszusöhnen und einen Blick darauf finden, mit dem wir gut leben können (für viele ist das wohl der Kern ihrer Gläubigkeit). Und dabei hilft einem Dein Coaching ungemein. Ich glaube nicht, dass dein Coaching für mich in dem Sinne lebensverändernd ist, dass ich jetzt loszöge und plötzlich Schriftstellerin oder Künstlerin würde. Hätte ich das unbedingt sein wollen, hätte ich das schon früher in Angriff genommen. Aber er hilft mir die kleinen und großen Situationen des Lebens in einem anderen, klareren Licht zu sehen. Ich hinterfrage meine Gefühle und Impulse stärker und frage mich dann vor allem: Will ich mich so fühlen? Will ich ein Mensch sein, der so auf eine Situation reagiert?
Weißt Du, bis vor kurzem habe ich noch die Menschen belächelt, die behaupten, sie seinen aus einer Krise „gestärkt“ hervorgegangen, als ob es sich um eine Art Trainingscamp handeln würde. Und tatsächlich glaube ich auch jetzt noch, dass Menschen glücklicher leben, wenn sie keine Krisen erleben müssen, und dass Krisen immer Narben hinterlassen. Aber: Man kann doch aus Krisen lernen. Und zwar kann man lernen, seinen Gemütszustand gezielt zu beeinflussen und so trotz aller widriger Umstände ein zumindest angenehmes Leben zu führen (hier helfen Deine Übungen sehr gut weiter!). Und ich glaube das ist es, was am Ende des Lebens zufriedene und unzufriedene Menschen unterscheidet: Die, die sich wie Du schreibst als Opfer der Umstände sehen, und die, die gelernt haben, in jeder Lebenssituation ihren Gestaltunsspielraum für sich zu nutzen.
Kurz: Dein Kurs hat mir nicht die frühere Leichtigkeit zurückgegeben, aber er hat mir einen größeren Dienst erwiesen: Er hat mir geholfen, mich mit meinem Schicksal auszusöhnen. Und das ist im Grunde mehr, als ich am Anfang gehofft hatte. Ganz besonders herzliche Grüße!
H.K.