Kinderwunsch bedeutet Einsamkeit

Der Kinderwunsch steht für den Wunsch nach einer Familie.
Und mit dem Wort Familie verbinden wir so unendlich viel:
Sicherheit.
Geborgenheit.
Zugehörigkeit.
Zusammen sein.
Geschützt sein gegen Einsamkeit.
Freiheit, im eigenen kleinen Familienkreis die Dinge so machen zu können, wie man es für richtig hält.
Verbindlichkeit.
Fürsorge.
Liebe.

Ja, all‘ das steckt im Kinderwunsch. All‘ das fühlte ich, als ich mir nichts sehnlicher gewünscht habe, als eine Familie. Denn ich wollte all‘ das, was ich damit verbunden habe… was ich damit assoziiert habe.. ich wollte all‘ das mit jeder Faser meines Körpers und meines Herzens!

Und dann kommt bspw. Muttertag (oder auch ein anderer Feiertag, der die Familie ins Zentrum holt) und wirft einem mit aller Wucht (mal wieder) die Erkenntnis ins Gesicht, dass man weder das so ersehnte Kind noch die innig erwünschte Familie und deshalb auch all‘ das damit Verbundene nicht hat.

Solche Feiertage können ein schwerer Tag sein, wenn man ungewollt kinderlos ist. Nicht nur wegen der Werbung, der Blumen oder der Familienfotos überall. Sondern weil dieser Tag uns Frauen daran erinnert, dass sie sich plötzlich außerhalb von etwas fühlen, zu dem sie eigentlich dazugehören wollten.

Denn Muttertag und andere Familientage sind nicht einfach nur ein Kalendereintrag. Sie stehen für Familie, Zugehörigkeit, Selbstverständlichkeit. Und genau das kann weh tun, wenn man merkt: Ich gehöre nicht dazu. Jedenfalls nicht so, wie ich es mir immer vorgestellt habe.

Vielleicht bist Du mitten im Kinderwunsch. Vielleicht liegen Behandlungen hinter Dir. Vielleicht hast Du längst verstanden, dass Du wahrscheinlich kinderlos bleiben wirst. Und vielleicht spürst Du gerade an solchen Tagen besonders stark diese Einsamkeit, über die kaum jemand spricht.

Und ja, das gilt für einen selbst im Inneren. Aber auch im Äußeren mit unseren Freundinnen. Denn auch hier zieht nach und nach oft das Gefühl ein, irgendwie am Rand zu stehen. Nicht mehr richtig mitreden zu können. Sich innerlich zurückzuziehen, wenn andere selbstverständlich vom Familienalltag erzählen. Angst zu haben, langfristig den Anschluss zu verlieren – an Freundschaften, an gemeinsame Lebenswelten, an das Gefühl von Teilhabe.

Viele Frauen beschreiben genau das: Dass sich ihr Umfeld verändert. Dass Gespräche sich nur noch um Kita, Kindergarten und Schulen, Kindergeburtstage oder Familienplanung drehen. Wer wann mit wem gespielt hat; welches Fest wie organisiert wurde. Was die Mutter xy gesagt oder getan hat und wie man das im eigenen inner Circle wohl bewerten möchte. Einladungen ohne Kinder und damit „wie früher“ werden seltener; oft werden sie als „unmöglich“ erklärt. Manche sagen, sie wollten keine Minute mit ihren (kleinen) Kindern verpassen. Das ist nachvollziehbar – und verletzt. Denn war man nicht eigentlich wegen einander befreundet und nicht, weil man über Kinder reden wollte?!!?


Ja, dieses Gefühl der Einsamkeit kann sehr stark erlebt werden; dass man plötzlich diejenige ist, die „anders“ lebt als die anderen.

Und Muttertag macht all das sichtbar. Aber sind wir doch ehrleich – wir fühlen das auch an jedem anderen Tag; nur steht da die Mutterschaft nicht so arg im Scheinwerferlicht. Vielleicht merkst Du besonders stark, wie sehr sich Dein Leben anders entwickelt hat als geplant. Vielleicht fragst Du Dich, wie Deine Zukunft aussehen wird. Wer später an Deinem Tisch sitzt. Wo Dein Platz ist. Das sind keine oberflächlichen Gedanken. Das sind existenzielle Fragen.

Und nein: Du musst diesen Muttertag nicht schön finden.

Du musst nicht dankbar lächeln. Nicht tapfer funktionieren. Nicht „positiv bleiben“, damit andere sich wohler fühlen. Wenn Dich dieser Tag traurig macht, dann hat das einen guten Grund.

Was vielen Frauen hilft, ist nicht, den Schmerz wegzudrücken. Sondern aufzuhören, gegen sich selbst zu arbeiten. Das kann ganz praktisch aussehen:

Social Media auslassen.

Sich nicht zum Familienbrunch verpflichten.

Gesprächen aus dem Weg gehen, die Kraft kosten.

Sich bewusst Menschen suchen, bei denen man nicht erklären muss.

Vor allem aber hilft ein Gedanke:
Du bist nicht falsch, weil Dich dieser Tag trifft und Dir ins Herz schneidet. Du wünschst Dir doch eigentlich das „Normalste“ der Welt und merkst, dass es eben genau das nicht ist: Normal. Denn Du wartest, hast so viel getan und bist so oft enttäuscht worden. Und jedes Mal hast Du DIch wieder auf’s Neue zusammengesetzt und Dich wieder „aufgerafft“.
Wenn nun „das Normalste der Welt“ – anscheinend die Mutterschaft – gefeiert wird, dann hat das Nichts mit Dir zu tun. Und diese Erkenntnis schmerzt. 

Der unerfüllte Kinderwunsch ist so viel mehr nicht nur der Verlust eines Kindes, das nie gekommen ist. Es ist der Schmerz um all‘ die Liebe, die kein Zuhause bekommen hat. Und es ist auch oft die Angst, den Platz im Leben anderer zu verlieren und somit nirgends mehr als Mensch wichtig zu sein; gesehen zu werden; nicht mehr dazuzugehören. Außen vor zu bleiben, während alle anderen weiterziehen.

Darüber wird wenig gesprochen. Aber viele Frauen kennen genau dieses Gefühl. Vielleicht ist Muttertag deshalb kein Tag zum Feiern für Dich. Aber vielleicht kann er ein Tag sein, an dem Du aufhörst, Dich für Deine Traurigkeit zu verurteilen.

Du musst nicht stark wirken.
Du musst nicht „das Beste draus machen“.
Und Du musst diesen Tag nicht mit einem Lächeln bestehen. 
Muttertag ist kein Pflichttermin für Dein Lächeln.

Du musst gar Nichts – ausser mit sehr viel Wärme und Verständnis auf Dich selbst zu schauen und Dich gut um Dich selbst zu kümmern.
Lass‘ die Anderen feiern… ich wünsche Dir, dass Du mit Stolz auf Dich selbst schauen kannst, weil Du all‘ das ausgehalten, bewältigt und durchlebt hast, wovon andere gar keine Vorstellung haben, wie schlimm es ist.

Ich bin stolz auf Dich, weil Du so, so viel für Deinen Traum gegeben hast. 

Ich bin stolz auf Dich, weil Du immer noch aufrecht da stehst – trotz Allem!

Ich bin stolz auf Dich!

Ich habe übrigens noch ein Video zum Thema bei YouTube hochgeladen – schau‘ mal hier:


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(zum Video, falls die Einbindung nicht funktioniert –> https://youtu.be/N5-bNRnwsgA )

Und ja, der Wunsch nach einer eigenen Familie steht für so Vieles.

Sicherheit.
Geborgenheit.
Zugehörigkeit.
Zusammen sein.
Geschützt sein gegen Einsamkeit.
Freiheit, im eigenen kleinen Familienkreis die Dinge so machen zu können, wie man es für richtig hält.
Verbindlichkeit.
Fürsorge.
Liebe.

…aber als jemand, der in ein Leben gehen musste, das ich mir so nicht gewünscht habe… nämlich ein ungewollt kinderloses Leben, kann ich Dir sagen: Ja, es gibt Möglichkeiten und Wege (ich möchte es nicht so sachlich „Methoden und Strategien“ nennen), wie Freundschaften all‘ das überstehen und sogar noch enger werden können. Und es gibt Wege, wie Du all‘ das, was Du für Dich mit dem Wunsch nach einer Familiengründung assoziierst, trotzdem für Dich möglich, erlebbar und fühlbar machen kannst. Ja, man muss ein bißchen „Arbeit“ investieren – aber es geht. Die Kopplung, dass nur all‘ das möglich wird, was Du Dir wünschst, wenn Du ein Kind bekommst… die stimmt so nicht. Und das sage ich, weil ich Dir Mut und Hoffnung schenken möchte – aus meiner eigenen Erfahrung heraus!

Konzentriere Dich auf Dich selbst. Fokussiere Dich darauf, für Dich das möglich zu machen, was Dir so wichtig ist. Lass‘ die anderen ihre Feste feiern, wie sie wollen. Wenn Du Dich auf Dich selbst besinnst, wird das, was Andere tun, weniger Gewicht haben. Nutz‘ doch Deine Kräfte dafür, dafür zu sorgen, dass es Dir – auch an solchen Feiertagen – gut geht. Du bist die wichtigste Person in Deinem Leben. Alle Anderen sind nur Statisten in Deinem Leben.


Alles Liebe! 

Kinderwunsch Coaching - Beratung und Unterstützung bei Kindersehnsucht

PS: Und vielleicht hast Du das Gefühl, dass sich das Alles, was Du empfindest, leichter werden muss (und werden darf!)?
… dann schau‘ Dich doch mal hier um: –> „DEN KINDERWUNSCH VERSTEHEN“