Ungewollt kinderlos: Warum mir der Muttertag vollkommen egal ist!

Muttertag. Jedes Jahr auf’s Neue begehen wir einen Tag, den vor knapp 100 Jahren die Blumenindustrie erfunden hat – für mehr Absatz, für mehr Verkauf – für Geld und Einkommen also.

Seit Wochen lese ich immer wieder von Frauen, die ungewollt kinderlos sind… und Angst vor diesem Tag haben.

Meine Mutter sagte früher immer „wenn ich nur an einem Tag im Jahr geschätzt werde, dann kann ich darauf auch gut verzichten.“ Und Recht hat sie. Ja, die Mütter in unserer Gesellschaft leisten viel und haben ihre Herausforderungen. Sie haben aber auch viele Ängste und Sorgen und Fragen und Wünsche – die unerfüllt sind. Dazu habe ich schon mal geschrieben im Artikel „Die Fragen bleiben ein Leben lang“ (klick)

Morgen ist also der Tag, an dem wir die Mütter ehren. Für die Leistungen, die sie erbringen – und das sind, unbenommen, viele – sehr viele. Und es werden nicht weniger in einer Zeit, in der die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht ohne Weiteres und viel inneres Seelen(un)heil zu bewerkstelligen ist. Also, ja – die Mütter haben unsere Anerkennung verdient.

Aber ernsthaft: Weshalb sollten wir mit Sorge auf den Muttertag blicken?

Das verstehe ich nicht.

Mir ist der Muttertag (abgesehen von meiner eigenen Mutter, die sich inzwischen schon freut, wenn ich mich – das ganze Jahr über – liebevoll um sie kümmere) vollkommen egal.

Okay, für die Mütter in meinem Umfeld, die das große Glück haben, Kinder zu bekommen, freue ich mich von Herzen. Und für die Frauen, die ihre Kinder gehen lassen mussten, empfinde ich tiefstes Mitgefühl.Immerhin können Frauen heute verlorene Kinder ins Familienstammbuch eintragen lassen uns sich so zu Müttern „amtlich stempeln“ lassen. Wir leben in einer Gesellschaft, in der Mütter nur die Frauen sind, deren Kinder sichtbar sind. Und sei es im Buch des Standesamts. Immerhin kommen somit diese Frauen wohl um den steuerlichen Strafbeitrag für Kinderlose herum. Aber das ändert doch nichts daran, dass es auch Mütter gibt – die niemand als Mütter erkennt (außer dem Finanzbeamten).

Es sind so viele Mütter unter uns, die ihre Kinder verloren habe, die Fehlgeburten verarbeiten müssen, die frühe Abgänge hatten – und sich dennoch als Mutter fühlen. Die Sternenkinder haben… Sie sind Mütter. Aber weil sie keine sichtbaren Kinder haben, werden sie als kinderlos wahrgenommen. Auch das ist eine Facette vom Muttertag – und eine, die mich nicht kalt lässt… so viele Geschichten, so viele Schicksale und die wenigsten nehmen es war, dass es Frauen gibt, die Muttertag ganz anders erleben müssen als viele andere… weil ihnen ihr Kind sicherlich nie ein Herz auf den Spiegel oder einen Erdbeerkuchen oder ein selbst gemaltes Bild schenken wird. All diese Mütter haben einen Platz verdient – mindestens in unseren Herzen; und das nicht nur an Muttertag. Und es schadet auch ganz gewiss nicht, einer Frau Trost zu spenden, von der man weiss, dass sie eine Fehlgeburt hatte… am Tag des errechneten Geburtstermins aber auch an den anderen Tagen, an denen sie Mutter ist aber eben doch irgendwie auch nicht. (Frag‘ Dich mal, wem Du ein liebes Wort zukommen lassen könntest!)

Aber dieser komische „Muttertag“ selbst: Ist mir persönlich so was von egal.

Ich interessiere mich ja auch nur bedingt für andere „Tag des ___“. Also für Tage, die mich nicht (mehr) betreffen.

Okay, es gibt einen Tag, den ich großartig finde: Den „internationalen Tag des Mitdenkens“. Leider habe ich vergessen, wann genau der ist. (Wenn Du es weisst, dann schreibe mir gerne eine Mail, denn ich habe gerade keine Lust den zu googeln)

Also… Muttertag.

Muttertag macht vielen Frauen, die ungewollt kinderlos sind, Angst und Sorge. Aber nicht mehr oder weniger als Tage der großen Familienfeste, Weihnachten oder Silvester. Weshalb: Weil wir hier eine Gruppe würdigen, zu der wir gerne dazu gehören würden.

Das ist fein. Das ist in Ordnung. Ich würde aber auch gerne zu anderen Gruppen von Menschen gehören, zu denen ich nicht oder nur bedingt gehöre. Tag der Pferdebesitzer zum Beispiel. Oder Tag der „ich habe ein wunderschönes altes restauriertes Haus mit einem herrlichen blühenden Garten“. Okay, ich bin wirklich gerade etwas auf Krawall gebürstet und frech. Und ja – also nein! – ich setze das Muttersein nicht mit irdischen (Seelen-) Besitztümern wie Pferde und Häuser gleich. Wirklich nicht.

Ja, ich weiss, dass dieser Tag einem zeigt, was man nicht hat – und mit vollstem Herzen gerne gehabt hätte.

Aber was ich sagen will: Wir sollten uns nicht einschüchtern lassen von etwas, das uns (leider) nicht oder nur bedingt betrifft.

Wir würdigen die Mütter. Zu Recht. Und das ist gut so.

Aber deshalb müssen wir nicht unser eigenes Leben, wie es ist, herabwürdigen. Uns klein fühlen. Und sinnlos. Und hilflos. Sondern wir können doch verdammt noch mal voller Stolz sagen, dass wir ein Leben leben (hoffentlich ein glückliches), auch wenn sich tiefste Sehnsüchte nicht erfüllt haben. 

Haben wir nicht das Recht, dankbar auf uns zu blicken – weil wir leben; obwohl unsere Wünsche sich nicht erfüllt haben. Weil wir Schmerz und Trauer ausgehalten haben in einer Lebensphase, die für andere Menschen oftmals viel mehr von „beschenkt werden“ hat, als bei uns? Sind es nicht die kinderlosen Frauen, die auch eine ganz besondere Leistung erbringen? Nämlich mit großem Schmerz ihr Leben zu leben und sich damit zu arrangieren; ja vielleicht sogar trotzdem glücklich sind?

Wir leben durchschnittlich 28.000 Tage. So lange dauert unser Leben. Einige davon liegen hinter uns – so manche Tage (hoffentlich) noch vor uns.

Mein Vorschlag an Dich: Konzentriere Dich nicht auf das, was NICHT da ist. Sondern auf das Gute, das Du hast. Trotz Allem. Was ist das, das DU hast – was anderen fehlt. Was ist das, was DU erleben darfst – und andere nicht? Was ist das, was DEIN LEBEN ausmacht – hier und heute? Nicht das, was morgen ist oder gestern war. Ich habe den Kinderwunsch hinter mir gelassen und das ist inzwischen auch echt in Ordnung für mich. Ich brauche kein Kind mehr um Glück und Dankbarkeit zu empfinden. Ich habe mein Gedankenkarussell im Griff – und damit meine ich nicht, dass ich meinen Kinderwunsch einfach weg gedrückt habe. Ganz sicher nicht – dazu war die Zeit zu schlimm und seelisch zu tief. Aber ich habe mich Neuem zugewendet – mit Hingabe. Ich fülle mein Leben – weil ich es mir selbst wert bin, mein Leben zu gestalten, dass ich trotz Allem glücklich sein darf… das ich trotz Allem Abends sagen kann, dass dies ein Tag war, an dem ich gelebt habe… im Einklang mit mir und meinen Wünschen und auch Nicht-Erfüllungen. Das es gut für mich so ist, wie es ist. Das das okay ist. Das ich nach vorne statt zurück blicken darf.

Das, was Du hast und vor Dir liegt, ist Dein Anlass für Feierei und Freude.

Ja, Du hast nicht das bekommen, was Du wolltest…. wonach Du Dich gesehnt hast. Was Du Dir aus tiefstem Herzen und zu Recht gewünscht hast.

Aber musst Du deshalb Angst vor Muttertag haben?

Oder ist der Tag einfach für Dich gar nicht relevant.
Ehrlich, ein zufriedenes Leben nährt sich nicht davon, dass wir Angst haben. Und Sorge. Und Kummer. Es speist sich nicht dadurch, dass wir uns auf das konzentrieren, was wir nicht haben. Sondern aus der Dankbarkeit für das, was da ist und was gut ist!

Wie willst Du leben? Wie willst Du Dich fühlen? Kinderlos (= Mangel-Denke) – oder kinderfrei (= Fülle-Denke)? Du solltest und darfst es Dir wert sein, Dich wertzuschätzen! Egal, ob Muttertag ist – oder nicht. Denn Du hast jeden Tag den Tag Deiner Persönlichkeit!

Auf dass es Dir gelingt, jeden Tag zum DEINEM Tag zu machen!

Bitte, geh‘ los und schenke Dir selbst den schönsten Strauß Blumen, den Du finden kannst. Und mach‘ etwas richtig Schönes um Dich zu feiern! Gönn‘ Dir eine Belohnung für das, was Du geschafft hast in all‘ der Zeit! Belohne Dich – wertschätze Dich – sei liebevoll mir Dir selbst!

Das wünsche ich Dir von Herzen!

Alles Liebe!

Kinderwunsch Coaching - Beratung und Unterstützung bei Kindersehnsucht

PS: Lies‘ doch am besten gleich noch diesen Artikel hier…  „Die Fragen bleiben ein Leben lang“ (klick hier)

PS: Wenn Du das Gefühl hast, selbst noch nicht so weit zu sein, dass Du das, was NICHT ist, hinter Dir lassen und nach vorne blicken kannst, dann informiere Dich gerne auf www.kindersehnsucht.de was ich als Kinderwunsch Coach mit meiner breiten Unterstützungspalette für Dich tun kann. Damit Du nächstes Jahr um diese Zeit auch an dem Punkt bist zu sagen „Muttertag ist mir nicht mehr wichtig – es hat keine Bedeutung mehr für mich“. Denn wenn Du nicht anfängst, etwas zu TUN – wird sich Deine Trauer nicht verbessern… es wird nicht leichter sondern schlimmer. Und Du hast es in der Hand, Stück für Stück, Dein Leben zu gestalten und wieder kraftvoll nach vorne zu schauen. Aber dafür musst Du anfangen – in kleinen Schritten etwas tun… aber fang‘ an! Denn ich weiss: Wer etwas verändern will, muss sich in Bewegung bringen… etwas anstossen… anpacken… gestalten. Aus dem Nichtstun heraus und dem Abwarten alleine wird es nicht besser. Also informiere Dich auf www.kindersehnsucht.de wie ich Dich auf Deinem Weg des Lebewohl-Sägens zu Deinem Kinderwunsch begleiten und unterstützen kann.

Franziska Ferber
Franziska.Ferber@kindersehnsucht.de